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22. Mai 2003  20:00 Uhr

Writing
Burkhard Stangl »Writing« (2002) 
for acoustic guitar, two pick ups, a sheet of paper and a pen
(additional, if possible: video-camera, video-projector, screen.
So you can hear and see the writing process.
Only the segment of the sheet of paper, the pen
and the writing-hand should be visible on the screen.)

dedicated to Taku Sugimoto
   
Taku Sugimoto Gitarre
Billy Roisz visuals

1 acoustic-guitar
2 pickups: one on the back, one on the top of the guitar
2 volume-pedals: one for pickup 1, one for pickup 2
1 or 2 amplifiers or pa-system or 1 amplifier with 2 inputs
a sheet of paper (or more)
a pen

instruction I:
guitar on the knees, strings downside. a pickup (pickup 1) which is connected via volume-pedal to an amplifier is already placed on the back of the guitar.
The player takes a beautiful sheet of paper which he places on the back of the guitar. Then he takes a beautiful pen. He turns the volume-pedal 1 on. [Video on!] The player starts writing.
He writes slowly.


I'm writing

I'm writing with a pen

I'm writing using a sheet of paper and a pen

I'm writing


I'm using my guitar as a table - as a writing table

I turned my guitar

It's a table for writing now


I can't call my guitar "a table-guitar"

I can't write on a table-guitar

I can't write on a table-guitar 'cause its strings are upside

I can write on a guitar which is used as a table

considering the strings are downside


I write and play music just using a sheet of paper and a pen


If I would turn the guitar to the normal position

it's not a table anymore where I can write on

It's no table-guitar either

I'm trying to write

I'm trying to write on a sheet of paper

I'm trying to write on a sheet of paper which

I'm going to put between the strings

I'm going to write on my guitar

using it as a table even if the strings are upside


instruction II:
volume-pedal 1 out; turn the guitar; guitar lies on the knees of the player, strings upside.
Preperation, amplified: volume-pedal 2 on! Put the sheet of paper slowly between the strings.
The player starts writing again.



I start to write on a sheet of paper which I had put between the strings

I'm writing

I'm writing on a table which was a guitar

Now I'm writing on a table with strings

I'm writing on a guitar using a sheet of paper and a pen put

between the strings

I can write on my guitar using a sheet of paper and a pen

I can write on a guitar, even if I don't use the guitar as a table

I can write on a guitar, even if the strings are upside -

and a sheet of paper has been put between the strings

and I didn't forget to bring a pen


Equipped with a sheet of paper and a pen it doesn't matter if I

use a table or a guitar for writing

Possibilities of performance:
1) audio only
2) audio with visuals
a) in english
b) in japanese (lyrics translated into japanese)
c) mixture of a and b  
on the screen you see the live-writing of the player in japanese letters (live-video). on the same time you see the english lyrics too (like undertitles); this must be pre-produced by the video-artist (video-mask).

mai 5haus

teil der werkstattserie netting
"space is first of all my body"
henri lefebre

Birgit Helene Scheib Konzept / performance
Michael Moser sound


Schriftkörper
Zur Performance "mai 5haus" (aus der werkstattserie netting) von Birgit Helene Scheib
Von Nina Ross
mai5haus_1kl.jpg
"So wie eine Erregung im Centralnervensysteme den Ablauf einer anderen Regung schwächen oder gänzlich hemmen kann, können auch Erregungen fördernd auf den Ablauf anderer wirken, indem sie gleichsam die Bahn frei machen. Ich habe deshalb diese Erscheinung Bahnung genannt."
Sigmund Exner
, 1894.

Wenn sich etwas Bahn geschaffen hat, sobald also die Bahn für die Erregung frei ist, dann ist zugleich auch eine Alternative unwahrscheinlicher geworden. Das fängt schon an, bevor man auf die Welt kommt. Am deutlichsten zu spüren aber bleiben jene Bahnen, die einen von der eigenen Kindheit ins eigene Alter führen. Bestimmte Dimensionen überwindet man nie wieder. Manche Relationen prägen lebenslang das Handeln. "die werkstattserie netting" von Birgit Helene Scheib erzählt solche Geschichten in minimalisierten Abläufen. Die Geschichten handeln von "Bahnungen" und eben deswegen von Zwängen ebenso wie von ihren Überwindungen, vom Gestern ebenso wie vom Heute. Mit einer Grammatik des Wenigen wird von den Bahnungen jener Erregungen erzählt, die einen in jede neue Heimat mitbegleiten. Nach Wien Fünfhaus zum Beispiel, dem derzeitigen Lebensmittelpunkt von Birgit Helene Scheib. "mai 5haus" ist ein Teil aus der werkstattserie netting. Die Musik dazu (Michael Moser) entspricht dem Gestus des Körpers und der Sparsamkeit von Requisiten und Effekten. Langsam pendeln also die Klänge in Fünfhaus, schweben behutsam, machen den Raum akustisch weiter, als die Performance ihn andeutet, verschaffen ihm damit eine weitere Dimension. Schriftzeichen tauchen auf, Zahlenfolgen. Die Performerin zeichnet rasend Verbindungslinien zwischen Zahlen. Straßenzüge und Hausnummern zeichnen sich ab, Bahnungen entstehen. Man erfährt mehr über die Weite, die in der Enge steckt, als über die Enge jeder Weite. Die Schrift der Zahlenfolgen und ihrer gebahnten Verbindungslinien prägt die Bewegungsmuster des Körpers. Das Echo der gebahnten Erregung im Zentralnervensystem ist die Schrift des Körpers, ist Schriftkörper.

schrift 2 / deconstruction # 1

Michael Moser e-cello
Bernhard Lang replikator

Über schrift 2/deconstruction #1

dem eigentlichen verschriftungsvorgang der schrift2-partitur waren improvisationen  vorangegangen,
einerseits erkundende improvisationen am instrument, andererseits gemeinsame
improvisationen mit michael moser, die wir seit mitte der achtziger jahre,
vor allem in der formation "plan 9" eingespielt hatten.

das stück ist nun mittlerweile ein repertoire-stück michael mosers geworden,
und aus der situation der wiederholung entstand unser bedürfnis nach einer neufassung;

diese basiert auf dem versuch einer dekonstruktion der partitur, wobei die einzelnen motivischen zellen vom cellisten als basismuster für improvisationsblöcke, vom loop-player als material für modulierte schleifenbildungen verwendet werden.

improvisatorisches sprechen zur schrift zu improvisatorischem sprechen, der
kreis schließt sich (vielleicht).

no-table-turntables remixed
Dieb 13 turntables

Eine turntable-performance mit dem Material, das Dieb 13 bei seinem ersten
Auftritt im echoraum am 19. Mai 2001 verwendete.
23. Mai 2003  20:00 Uhr
»stundenglas«
Präsentation der CD
Sascha Otto : »stundenglas«



cd EX 539-2 stundenglas
gefördert durch SKE









stundenglas.jpg
Sascha Otto Flöte
Helge Hinteregger sampler


Mit dieser CD meldet sich Sascha Otto nach einer kurzen musikalischen Pause wieder zurück.
Es handelt sich dabei um sein neues Solo Projekt, wobei es Sascha Otto gelingt, "unerhörte" Klangdimensionen seiner Instrumente Flöte bzw. Sopransaxophon mithilfe eines Loopgenerators (Jamman ®) zu erschließen.
Die Stücke auf der CD sind live eingespielt, also ohne Overdubs d.h. ohne Mehrspurverfahren im Studio "behandelt" und führen in eine meditative akustische Landschaft, die Sascha Otto abermals als kompetenten Musiker am Schnittpunkt von Jazz und zeitgenössischer Musik ausweisen.
Es gelingt ihm die gegebenen klanglichen Möglichkeiten in einer unerwarteten Art und Weise zu erkunden: einen starken Reiz bezieht diese Musik aus dem Spannungsfeld von spontan erschaffenen Klangskulpturen und einem kommentierenden Protagonisten, der alle akustischen Möglichkeiten seines Instrumentariums auslotet - es ist eine musikalische Reise die uns genau 60 Minuten (stundenglas) durch eine kontemplative akustische Welt führt und uns solcherart kurzzeitig dem Alltag entrückt...

Sascha Otto

geboren in Wien, Studium der Rechtswissenschaften, Studium am Konservatorium der Stadt Wien (Jazzsaxophon)
Lehrtätigkeiten an verschiedenen Musikschulen, Musiker an der Vereinigten Bühnen Wien (Cats, Freudiana etc.)
als freischaffender Komponist (div. Theatermusik und Auftragskompositionen), Studiomusiker sowie in zahlreichen Ensembles tätig (u.a. Etta Scolo, Thomas Declaude, Elfi Aichigers Ames, Joe Zawinul und Big Band, Jazzmärchen "Die FF Company & Co", Big Band Machine, Nouvelle Cuisine, Striped Roses, Lunapark etc.); spielte bei zahlreichen Konzerten und Festivals im In- und Ausland
jetzt leitender Mitarbeiter in einem Musikverlag (Universal Edition Wien)
wohnhaft in Wien, verheiratet, zwei Kinder
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