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23. Mai 2003  20:00 Uhr

Die Instabilität der Symmetrie

Martin Brandlmayr drums, percussion
Michaela Grill visuals
Stefan Németh synthesizer, computer,
                          live-sampling
Martin Siewert electronics, guitar,
                         lapsteel

Bei vorliegendem Projekt handelt es sich um eine Hybridform, die Elemente aus Konzert/Performance mit einem am ehesten der Remix - Kultur entnommenen Postproduktionsprozess zu vereinen sucht. In einer Vielzahl von voneinander unabhängigen Stadien wird sowohl dem Audio- wie auch dem visuellen Material mit Hilfe von digitalen Sampling-, Processing- und Resyntheseprozessen ohne allzuviel augenscheinlichem Respekt vor der ursprünglichen (in vielen Fällen: live improvisierten) Primärstruktur zu Leibe gerückt, und zwar ohne Unterschied, ob es sich bei besagtem Basismaterial um "tradierte" instrumentenspezifische, also sehr referenzielle improvisatorische Momentaufnahmen handelt oder ob das zu bearbeitende Material schon bereits live ge-"resampeltes" ist und somit nicht von originärer Natur.
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Bild 11.jpg
Primäres Anliegen ist hiermit eine eingehende, kritische Thematisierung des Phänomens der (gerade in Zeiten einer so florierenden Remix- und SampleKultur) Ausschlachtung von Basismaterial, das im Zuge seiner meist digitalen Wiederaufbereitung von jeglichen dem  Ausgangs"werk" immanenten (und immens wichtigen) soziokulturellen wie kunsttheoretischen Initialkontext befreit wird. Im konkreten Fall von "Die Instabilität der Symmetrie" heißt das also, daß sich die Ausgangsmaterial- oder auch: Reste-Verwertung auf ausschließlich im Zuge dieses Projektes Entstandenes beschränkt, sozusagen die Conditio Sine Qua Non ...

Mit anderen Worten: Gibt es nicht ein enormes Missverhältnis im kunsttheoretischen Diskurs zwischen der Bedeutung, die dem Prozess und vor allem dem technologischen Aspekt eklektizistischen Kunstschaffens beigemessen wird und jener, die dem primär Verwendung findenden Ausgangsmaterial (und selbstverständlich sämtlicher Konnotationen derselben, insbesondere politischen und sozialen) beigemessen wird?


Zur Video-Installation
(16.–24. Mai 2003)

»Silicon soul«
Audiovisuelle Installation

telefish Konzept, Programmierung und Produktion
Werner Dafeldecker Audiogestaltung und Komposition

Präambel:
"Jedes Bemühen um Verständnis zerstört den Gegenstand, mit dem wir uns
befassen, zugunsten eines anderen Bemühens, das ihn wiederum vernichtet
zugunsten eines dritten und so weiter, bis wir Zugang finden zu der
einzigen dauerhaften Gegenwart, derjenigen, bei der sich der Unterschied
zwischen dem Sinn und dem Fehlen von Sinn verflüchtigt, jener, von der
wir ausgegangen waren." - Levi- Strauss  "Traurige Tropen".
Eine audiovisuelle Reflexion der Begegnung mit Fremden, realisiert
mittels moderner audio- video- und multimedialer Technologie.

Installationsbeschreibung:
Die Installation ist auf einem kurzem Loop (ca. 3 sek.) aufgebaut , dar
mittels einem parametergesteuertem visuellen Effekt (von der Künstlerin
programmiert ) auf den Soundtrack angepasst wird und eine über 1 min.
lange Sequenz bildet. Sie wird auf 6 Kanäle verlegt, wobei jeder Kanal
eine eigene Farbe und Tonintensität hat. Auf die Art und weise werden 7
verschiedenen video/audio Kombinationen gebildet, die einen
vollständigen Zyklus zusammenstellen. Ein  Zyklus ist 8 min. lang und
läuft im Loop. Audiokanäle werden auf 4 Lautsprecher verteilt, wobei
jeder Audiokanal eine eigene Sequenz spielt. Alle Kanäle
sind Miteinander synchronisiert.

Die Installation wurde von BKA .KUNST gefördert.
Die Installation ist bereits in einer kleinere Ausführung beim Wettbewerb
Videoex 2002 Zürich vorgestellt worden.
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