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16. Mai 2003 20:00 Uhr
Du Holde Kunst
oder
Abends spucke ich meine Lunge aus
Oskar Aichinger Rezitation,
Gesang, präpariertes Klavier
Wolfgang Vincenz Wizlsperger Rezitation, Gesang, Kinderelektrogitarre,
Kontrabass
Rund die Burgen Kirschgeblüt, luften
Menschkleid drin
W. V. Wizlsperger
Don´t come near me; I don´t
trust you. I don´t trust the way you thrill me when I
touch you
J. Torre
Ein junger Herr küsste seiner Dame
zärtlich das Vorurteil,
das sie ihm jeden Augenblick
entgegenohrfeigte
Andreas Okopenko
Erst brachen ihm die Knochen nach der
Reihe, ganz ohne anatomischen Fehler
Andreas Okopenko
Wann mich der Herrgott fragert, ob mir denn
gar nix fehlt
Franz Allmeder
Yes, I´m buried in politeness,
steadfast burbling like late night jazz
W. V. Wizlsperger
Und vorbereitet lag´s da umher in den
Nachbarhäusern:
ein Stapel Fotos mit Schere und Album;
eine Reihe Schuhe, zwei überlebende
Rucksäcke
Andreas Okopenko
Blaue Böen blähn bunte Blusen,
Hände halsab herzwärts hasten
W. V. Wizlsperger
Ich weiß nicht, zu wem ich
gehöre, ich glaub´, ich gehöre nur mir ganz
allein.
Friedrich Hollaender
Kleine Großkunst, große
Kleinkunst, kreisend um die Themen Liebe, Gewalt und Tod.
Zwei Alleinunterhalter privatisieren das
Gelächter, das Geklatsche der Unterhaltungsempfänger
beruhigt sich zu Beifall. Musik, komponiert und improvisiert,
vom Jazz bis zur steirischen Zepperlpolka, vom Schlager bis zu
neuen Klängen. Ein dichtender Entertainer und ein ernster
Komponist, die zusammen auf bekanntem Terrain Neuland erkunden.
Ein Versteckspiel zwischen Exponiertheit im Gesang und
Versinken in der Musik. Die x-te Neuauflage der Peinlichkeit,
Musik und Poesie zu verbinden. Die offene Mündung des
Publikums, die Schwingung des Raums, das Surren der
Klimaanlage, wenn für Sekunden gar nichts passiert, bis
der Lärm der angehaltenen Luft sich in ein Lächeln
verflüchtigt.
17. Mai 2003 20:00 Uhr
Cordula Bösze Flöte
Katharina Klement Clavichord, Klavier
Manon Liu Winter Clavichord, Klavier
"Auch bei der Lauterzeugung
verschiedener Fische
spielen luftgefüllte Hohlräume
eine wichtige Rolle.
Fische sind gar nicht, wie die allgemeine
Redewendung besagt, "stumm";
es gibt eine große Zahl unter ihnen,
welche brummende oder tönende Laute
hervorbringen können."
Ferdinand Scheminzky : Die Welt des Schalles.
Verlag "Das Bergland-Buch",
Graz 1935, S. 225
"Das unmittelbare Organ des
Hörens ist in der Tat - kann man sagen -
ein wirkliches Musikinstrument, wie das
Auge ein Fernrohr ist:
es ist eine Art Klavier aus einer
dauerhaften, knochigen und zum Zurückwerfen des Tones
geeignete Substanz, deren - von Luft
gefüllter und von der einen Seite sehr großer
- Raum
am Beginn des anderen abschließt, in
dem eine Unzahl von Saiten ausgespannt sind,
die durch ihre verschiedenen Längen
und durch ihre verschiedenen Ausdehnungen
imstande sind,
für alle nur möglichen
Beziehungen und Schwingungen zu genügen."
Jean-Philippe Rameau
(aus: Klavier-Spiele, Wolfgang Scherer,
München 1989, S.31)
Vernetzungen Klement - Bösze
- Winter
1995 Kathrina Klement "Polka",
das bösze salonorchester
1998 Elisabeth Schimana/Katharina Klement
"Ströme", das bösze salonorchester
(Vernissage
für die Medienskulptur "U-turn" von Margot
Pilz in der U3 Station Ottakring)
1998/2001 Katharina Klement "lauter
laute" für Stimme, Altflöte, Gitarre und Cello
(Margarete
Jungen, Cordula Bösze, Hans Zinckel, Maria Frodl;
Tabakmuseum)
2000 Katharina Klement -
"Absences" für Clavichord, Manon-Liu Winter
2001 L.E.O. Katharina Klement, Cordula
Bösze, Günther Albrecht, Seppo Gründler,
Uli
Fussenegger, Paul Skrepek (v:nm graz)
2001 Gründung des
Improvisationsensembles "flirt":
Katharina
Klement, Cordula Bösze, Margarete Jungen
2002 Klavierduo Katharina Klement,
Manon-Liu Winter (Stadtinitiative Wien)
2002 Clavichordtrio: Katharina Klement,
Manon-Liu Winter, Josef Novotny;
Reni
Weichselbaum - Blockflöte (Amann-Studios)
2002 Oktober: Manon-Liu Winter, Elisabeth
Flunger, Cordula Bösze
Konzert
für das alte Stummfilmklavier in Drosendorf
2002 L.E.O. 2 Konzerte im Feedback-Studio
Wien
2003 "Überleben: drauf und dran,
Diamanten durchs Zimmer zu spucken"
Katharina
Klement, Cordula Bösze, Martin Zrost, Paul Skrepek
(ehemalige
Erbsenschälfabrik Fünfhausgasse)
2003 Clavichordtrio im böszen salon
20. Mai 2003 20:00 Uhr
Ensemble 3000
Studierende der Universität für
Musik und darstellende Kunst Wien / Institut f. Popularmusik
Ensemble 3000
gegründet.1995.unter.verdacht.der.musikfindung.nebst.künstlerischer.haltungssuche.
stilübergreifendes.labor.für.alternative.musikkonzepte.improvisierte.und.
elktronische.musik.experimentelle.pädagogik.sachfall.2001.gegen.langeweile.
und.ödessee.im.studium.der.kunst.und.musik.
gegen.künstlerische.inflation.
musik.verhören.ist.sinngemäss.outstanding.
den.symptomen.des.3.jahrtausends.verpflichtet!
Ausführende : Teilnehmer des Ensemble
3000 ... 2001 & 02.
Leitung : Franz
Hautzinger
Reni Weichselbaum Trio
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Nuors
Manfred Hofer Kontrabass
Bei Nuors ging es darum, den Gehalt der
elektronischen Musik sowie die Einflüsse neuerer
Technologien adäquat auf ein akustisches Instrument zu
übertragen und damit zu gestalten.
Bei den Kompositionen war es dazu
notwendig, daß gesamte akustische Material, also
Töne, Klänge, aber auch
Geräuschemiteinzubeziehen.
Sich den Klangindividualitäten der
elektronischen Musik anzunähern und sie zu imitieren,
hieß für mich letztendlich der Entfaltung der
Klänge und den Spannungsbeziehungen möglichst freien
Lauf zu lassen. Kümmerte ich mich um die Korrektheit von
Tönen und Klängen, erschlaffte dieser Lauf und stumpf
gewordene Hörgewohnheiten traten in den Vordergrund. Es
empfahl sich, ein
skizzierendes, tastendes und nicht zu
definitives Spiel zu verwenden, bei dem falsche Töne
weniger irritieren.
Eine Brücke war zu schlagen, zwischen
einem beeinflußenden emotionalem Bereich und dem weitaus
ungestörterem Hören des eigentlichen funktionellem
Ablaufs. Gefragt war der Umgang mit dem Kriterium der Maschine,
der auf ein konventionelles Instrument übertragbar war.
Den Arbeitsprozess, zuerst einen Rechner zu
analysieren, dann zu komponieren und dann zu spielen wollte ich
zugunsten einer spontanen, mir selbst einprogrammierten
Stimmung umgehen.
Eine solche Herangehensweise
begünstigte auch die vorbestimmenden formalen Vorgaben,
die sich aus Rahmennotationen und grafischen Plänen
zusammensetzen und sich an die Aufführungsweisen
elektronischer Musik anlehnen.
21. Mai 2003 20:00 Uhr
ako + gnu
Billy Roisz turntable,
PC
Silvia Fässler electronic devices, toys
"the best japanese-linux sound in
town"
wrote: listener@rhiz.org 210802 - 20:09:12
hexachord
Roman Haubenstock-Ramati : »hexachord« für Gitarre solo
Gunter Schneider Gitarre
harsch
Christof Kurzmann Computer, Klarinette
Gunter Schneider Kontragitarre,
Banjo
Burkhard Stangl E-Gitarre,
Westerngitarre
Taku Sugimoto E-Gitarre
Respekt vor dem Fremden gehört mit zur
vornehmsten Art, Wertschätzung zu bezeugen.
Dort sich sicher zu fühlen, wo man
zuhaus' sich vermeint, ist keine Kunst.
Banjo, Kontra-, Western-, elektrische
Gitarre, Klarinette, electronic devices, Computer:
wie geht das zusammen?
Fremdes oder vordergründig
Unvereinbares zu versöhnen, ist uns eine willkommene
Aufgabe. Diese läßt sich aber nur ehrenvoll
bewältigen, indem jedes Element für sich seinen Raum
behaupten kann und der Kolonialisierung des jeweilig anderen
harsch ein Riegel vorgeschoben wird: ein einräumendes
Beäugen und Behorchen, das nachgerade das Diverse lobt.
Schnitzel 02
Dieb 13 laptop-video
Die Fotos eines Jahres (02), zirka 10.000
Stück an der Zahl, zu einem "Film" montiert
und mit
24 Bildern / sec. abgespielt. Dazu werden
über eine von Dieb 13 programmierte Routine aus
allen CD-Produktionen, an denen Dieb 13 in diesem Jahr
beteiligt war, im Random-Modus Ausschnitte eingespielt, die die
Bildebene kongenial ergänzen. Überraschend, wie viele
Details selbst bei dieser Geschwindigkeit erkennbar werden oder
bleiben...
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