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monde – ein Portrait unserer Väter
monde

Regie: Ursula Mihelic
Musik: Katharina Klement
Kamera: Elias Jerusalem

Die Arbeit der Regisseurin Ursula Mihelic und der Komponistin Katharina Klement wendet sich der Frage nach dem musikalischen und filmischen Portrait zu und erprobt die Kooperation dieser beiden Kunstformen.

Der Begriff Portrait verweist dabei auf einen bestimmten theoretischen Hintergrund, für den Überlegungen des Malers Francis Bacon herangezogen werden können. Bacons nur scheinbar einfache Definition lautet: “Das Porträt ist Produkt einer intensiven Auseinandersetzung mit einem Menschen.“

Eine intensive Auseinandersetzung in diesem Sinn hat aber nichts mit bloßer Abbildung zu tun. Wenn es darum geht, den Anderen in seinem Andersein zu erfassen, so kann nicht auf klare methodische Regeln zurückgegriffen werden, und es geht auch nicht darum, den Anderen so wieder zu erkennen, wie er gemäß der gesellschaftlich existierenden Klischees zu sein hat. Das Verhältnis zwischen dem Porträtisten und dem Porträtierten ist vielmehr eine Begegnung, in  der etwas Neues entsteht, das weder auf den Porträtisten und den Porträtierten reduzierbar ist. Eben dies wäre dann die Definition des musikalischen und filmischen Portraits, die es in diesem Vorhaben zu erproben gilt.

Die Hauptprotagonisten des Films sind die beiden Väter der Regisseurin wie der Komponistin. In den beiden recht unterschiedlichen Lebensgeschichten lassen sich individuelle Hauptmotive wie beispielsweise glückliche – unglückliche Kindheit und Kriegstraumata wie Vertreibung oder Gewalt finden. Beide Väter haben Familien gegründet, in einem Fall gelingt diese Bindung, beim anderen scheitert sie. Beide Personen haben einen Großteil ihres Lebens in Graz verbracht, beide haben höchst unterschiedliche individuelle Lebensbahnen trotz verbindender Momente eingeschlagen. Das Merkmal eines Vaters ist, dass er im Alter taub geworden ist, die des anderen, dass er aufgrund mehrere Schlaganfälle verstummt ist.

In behutsamer Weise wird versucht, diese beiden Personen in ihrer Individualität zu zeigen, die gleichzeitig in einem kollektiven Lebensraum wie z.B. Nachkriegszeit, oder Aufbruchszeit der 1960er und 70er aufzuspüren sind. Das Genre des Films lässt sich am ehesten als „experimenteller Dokumentarfilm“ beschreiben.

Ein wesentlich verbindendes Element ist einerseits Text und Sprache, andererseits Musik, die für beide Personen essentielle Lebensbegleiterin ist. Es wird in diesem Film versucht, mittels Originalton, mittels Musik, die die Personen gerne hör(t)en und mit Musik der Komponistin einen „Resonanzraum“ der jeweiligen Person zu schaffen.

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