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2000 11 29 mi 01:11 ak gg mellow
gg versucht gerade, ziemlich mellow (von einer halben Flasche Bründelmayer, Brut 1997), seinen Pulmheiltee" zu kochen und ich versuche inzwischen mit trockenem englischen Humor dafür zu sorgen, dass er ihn auch wirklich noch trinken wird und nicht vorher schon wegsackt.
Here are the ones at which he laughed most:
1
Grocer, are these eggs fresh?"
Well, the chickens haven't missed them yet."
2
I could marry anyone I please."
Then why are you still single?"
I haven't pleased anyone yet."
3
Dentist: That's the biggest cavity I've ever seen, the biggest cavity I've ever seen."
Patient: Why are you repeating yourself?"
Dentist: I'm not it was an echo."
2000 11 29 mi 12:00 td no excuses
The message that you sent was undeliverable to the following:
tagebuch@ping.at (access denied)
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Content-Type: message/rfc822
Received: from [193.170.213.15]
([193.170.213.15])
by mail.mdw.ac.at; Tue, 28 Nov 2000 22:50:53 +0100
Mime-Version: 1.0
X-Sender: Dezsy@mail.mdw.ac.at (Unverified)
Message-Id: <a05010400b649d86b0d80@[193.170.213.15]>
Date: Tue, 28 Nov 2000 22:52:44 +0100
To: tagebuch@ping.at
From: Thomas Dezsy <zoon@t0.or.at>
Subject: 20001128td coincidance
Content-Type: text/plain ; format="flowed"
2000 11 28 di 22:47 td time
Coincidance.
Habe mit Nader einen Termin um 15.45.
Der Termin war um 14.45. (Ich habe mich um eine Stunde verspätet.)
Nader war um 13:45 da. (Er war eine Stunde zu spät.)
Bei der Stadtgrenze" am Schwarzenbergplatz wird man mit einem roten Druckknopf aufgefordert, etwas aufzunehmen. Ich spreche: Es ist 16:45"
Webern verschiebt in opus 9/5 (Bagatellen) einzelne Töne aus einer logischen Reihe (auf- bzw. absteigend) nach vorn oder hinten in der Reihe t (Zeit). SO treffen sich die Oktaven nicht.
2000 11 29 mi 15:35 pt Schultergürtelverspannung Gehirnsauerstoffmangel
Aliens landen, entführen einen Erdling auf ihr Mutterschiff, experimentieren zwei Tage an seinem Körper herum und setzen ihn wieder aus. Ungefähr so schau ich zur Zeit morgens nach dem Erwachen aus. Wobei die Versuchung, die Ursache bei den Zink-, Selen- und Calciumtabletten, die mir der Ganzheitsdoktor verschrieben hat, zu suchen, nicht ungroß ist, zumal ich das Selen hochdosiert nehme und dieses Mittel auch Vitamin A enthält [heute übrigens ein neutrales Präparat erworben], aber es wird mir nachdem auch stark herabgesetzter Alkoholkonsum nichts am Erscheinungsbild zu ändern vermochte die rein oder zumindest primär psychische Komponente immer evidenter. Jedem Gespräch, das ich zur Zeit führe, wird eine Frage nach dem Fortgang der Arbeit am neuen Film eingeflochten, und der enorme Erwartungsdruck wird immer krasser spürbar. Noch aber bin ich bei weitem nicht tief genug ins Material vorgedrungen, um klarer zu sehen, bzw. gar jene euphorischen Zustände zu erreichen, innerhalb derer alles quasi von selbst zu entstehen scheint.
Zwischenzeitig wurde Outer Space" zweiter im Kinofilm Innovations Award"-Bewerb des Manchester International Short Film Festivals, und die Jury von Uppsala verspricht: the history of avant-garde film will never forget".
2000 11 29 mi 17:40 cs
Wie schnell 7 Tage vergehen, merk ich jeden Mittwoch; da drückt mir mein Zeitungsverkäufer mit den Worten Ca va?" lächelnd nicht nur Libération sondern auch das Pariscope in die Hand, froh, kein Wechselgeld auf meine 10 Francs rausgeben zu müssen; eigentlich hab ich gar keine andere Wahl mehr, will ich auch noch eine andere Zeitung oder kein Pariscope, ist er ganz durcheinander. Und jeden Mittwoch wechselt hier das Kinoprogramm. Ich gehe jeden Tag am UGC Montparnasse vorbei, einem der Riesenkinos, und mittwochs eben spielen sich morgens waghalsige Aktionen ab beim Wechsel der leinwandgrossen Filmankünidgungen; oft bleib ich stehn und schaue staunend zu. Auf langen zarten Metall-Leitern steigen Männer in luftige Höhen und machen sich irgendwie an den meist grellen Schautafeln zu schaffen; unterdessen setzt sich ein Schiebemechanismus in Bewegung und manchmal schwebt das Riesenbild gefährlich über den Köpfen der eiligen Passanten. An eine grosse Platane gelehnt die Ankündigung von EUREKA, dem japanischen Roadmovie von Aoyama Shinji; drei düstere Gestalten mit dunklen Sonnenbrillen schauen auf mich herab.
Im Standard" online gerade eben nicht nur auf der (vergeblichen) Suche nach tb-Reaktionen, schade, die Leute nützen ihre letzte Chance nicht; sondern leider auch auf die Politikseite geraten. Nicht zu fassen, schon wieder so viele Geschichten aus dem Tierreich, und ein Herr Schnell sagt da: Es muss zulässig sein, dass man in einer Demokratie die Wahrheit sagt"; ein anderer Effler wagt es, Ingeborg Bachmann zu zitieren. Aus regionaler Sicht" betrachtet, wie das der Herr Innenminister empfiehlt, mag das ja alles verständlich sein; aus meiner nicht.
Frühlngshaft mild; in den Blumenhandlungen Primeln und Narzissen neben gold- und silberbesprühten Weihnachtszweigen.
2000 11 29 mi 18:52 hs Medikamentenbuchhaltung
Bei Margarete S. von halbelf bis eins. Beloc, Monoclet, Losec, Sortis, TromboAss, Halcion, Dancol, Lasix, Tolvon für drei Wochen in Morgen- Mittags Abendschachterln verteilt und das Medikamentenlager auf fehlende Bestände kontrolliert.
2000 11 27 mo 23:59 fb architektur und volk
Rund 60% von 50% der Oberösterreicherinnen und -er haben sich bei einer am Sonntag durchgeführten Volksbefragung gegen den Bau des neuen Musiktheaters im Schlossberg entschieden. ÖVP-Politiker samt Landeshauptmann, SPÖ-Politiker und Grün-Politiker haben sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, FPÖ-Politiker waren dagegen. Ich selbst bin geteilter Meinung. Natürlich soll Linz ein modernes, zeitgemäßes Musiktheater erhalten. Ob der Standort im Schlossberg der Richtige ist, darüber kann man durchaus diskutieren. Um das Siegerprojekt aus dem Wettbewerb (an dem ich ja mit fk und gh teilgenommen habe) von Arch. Häuselmeier tut mir auch nicht leid. Ich habe es ich kenne nur die damalige Entwurfsphase eher für uninspiriert, langweilig und teilweise funktional problematisch empfunden. Aber wie gesagt: auch (oder gerade) Linz hat das Recht auf ein zeitgemäßes Musiktheater.
Dem diesbezüglichen heutigen Leitartikel im »Standard« von Hans Rauscher (es ist nicht mehr auszuhalten, was Dr. Günther Günther Nenning so vor sich hin senilisiert) muss ich insofern wiedersprechen, als ich nicht glaube, dass die Leute in irgendeinem anderen Land fortschrittsgläubiger oder kulturoffener sind. Es gibt nur mitunter mutigere Politiker.
2000 11 29 mi 19:30 gg Das Medium ist die Drainage
In the electronic age, messages often go down the drain. So etwa die Antwort zu dieser hier:
Hallo Gerhard,
ich glaube einmal im tb gelesen zu haben, dass deine Schwester Augenärztin ist. Falls dies stimmt, hätte ich gerne von ihr Name und Adresse erfahren, da Max und ich ihr gerne tief in die Augen blicken würden bzw. vice versa.
Liebe Grüsse
Franz"
Diese e-message habe ich nun bereits zum dritten Mal von fk erhalten. Nach dem ersten und nach dem zweiten Mal hatte ich umgehend via antworten"-Taste von Outlook zurückgemailt, Adresse dazugeschrieben usw.. Bloß, warum schickt fk jetzt die via cut & paste"-Verfahren erstellte mail zum insgesamt 3. Mal ? (Lieber fk, versuchen wir's mit einem anderen Medium? Telefon? Bis demnächst!)
Im Zeitalter des Briefverkehrs hätt's des net gehm! By the way, wie gestern schon bedauert, gibt's auch keine Reprint-Bestellungen von Wissenschaftler-Kolleginnen mehr, seit alles nur mehr elektronisch läuft.
Dabei war's so erhebend, Post aus allen Ecken der Welt zu erhalten, und überall steht, dass sie alle nur das Eine wollen: deinen soeben publizierten Artikel! Und so stapelten sich Postkarten aus Uppsala und Canberra, Dublin und Ost-Berlin, aber auch aus exotischeren Ländern: Venezuela, Iran, Mexiko, Südafrika, zum Beispiel. Primär stammten die Anforderungs-Postkarten jedoch aus dem ehemaligen Ostblock, denn dort waren die reprints scheinbar besonders beliebt vor allem auch, weil's kaum Kopierer wie im Westen gab, die allen zur Verfügung gestanden wären. Anbei eine kleine Auswahl solcher Postkarten: von den Professoren Dubey aus Kanpur (Indien), Kopvillem aus Vladivostok (UdSSR), Vatan aus Teheran, und Kanatchikov aus Moskau. Und jetzt ab nach Griechenland: ak's Geburtstag gehörig abfeiern!
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2000 11 29 mi 20:00 ak Beischlaf, Suchtmittel und Tanzmusik
stand bis vor kurzem in knallroter Lippenstiftschrift auf dem Spiegel des Salons von Fräulein Friseuse das erzählte FF uns heute beim Haarekürzen mit Sekt. Dann war auch von den neuesten Liebesabenteuern die Rede.
Ganz aufgeregt kam der Besitzer der Gran Cru Schokoladengeschäftes in der Kaiserstrasse (by the way: the best in town) aus seinem Hinterzimmer gerannt, da er es soeben geschafft hatte, zum Standleitungstarif mit Amerika über den Computer zu telefonieren. Er war so erfreut, dass er mich gleich in sein Kammerl zitierte, mir das kleine Microphon zeigte und weiters meinte, dass er sich schon auf das Bildtelefonieren freue, das auch bald möglich sein werde. Natürlich nicht für mich und ihn, das is ja wurscht, aber wenn er eine schadhafte Lieferung erhält, da kann er es dem Produzenten gleich unter die Nase reiben.
Vormittags habe ich in der Neubaugasse Hans Schubert zufällig getroffen und ihm in der Sonne von der morgigen K&D CD+Buchpräsentation im echoraum erzählt. Fazit: Morgen sehen wir uns wieder.
2000 11 29 mi 23:50 gl gerundeter Nachmittag
Zbigniew Rybczinski, Robert Cahen, Ko Nakajia, Bill Viola und wieder Zbigniew Rybczinski. Und nächste Woche herrlich. 90 Minuten Viola, also fast nix vorbereiten. Im Anschluss daran in trauter Dreisamkeit den ersten Adventkalender gebastelt, auf dezidierten Wunsch mit Behältnissen für Schokolade.
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