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2000 11 26 so 12:06 pt Ungewisser Kurs
Was ist los im ORF? Obwohl der rote Oberbruder Alfred Gusenbauer in der ORF-Pressestunde" die hiesige politische Wirklichkeit total verzerrt beschrieben hat, wurde Hrn. Ing. Peter Westenthaler nicht die Möglichkeit geboten, sich telefonisch live in die Sendung einzuschalten, um eine korrekte Sicht der Dinge und eine Bewertung der Gesprächsteilnehmer abzugeben. Wo führt das hin? Wo wird das enden?
2000 11 26 so 13:46 ak SHRANKT!
wk, gg & C.P. flippten sich gestern in Griechenland undergroundmäßig weg:
Led Zeppelin (Kashmir):......
(C.P.:) dvdvdv...dvdvdv......dvdvdv..dvdvdv...dvdvdv...dvdvdv...dvdvdv...dvdvdv....
(gg:)dvdvdv...dvdvdv....dvdvdv.... dvdvdv.... dvdvdv...dvdvdv....dvdvdv.... dvdvdv....
(wk, gg & C.P.:) ohh let the sun beat down upon my face!....
(wk:) dvdvdv...dvdvdv...dvdvdv...dvdvdv......
uhhhhhuhuhuhääää.......ohhhhjeee.....dvdvdv....dvdvdv...dvdvdv....dvdvdv...
(C.P.:) GOOF!... GOOF!...... (gg:) SHRANKT!
Uriah Heep (Easy Livin'):....(C.P.:)......dadaradaaadara....dadaradaaadara.....iiiiiis
eleven!....dadaradaaadara
...(gg:)dadaradaaadara....dadaradaaadara................ try to find her ......
(wk:) dadaradaaadara.... dadaradaaadara.....(gg:)
dadaradaaadara........(wk:) GOOF!
Vanilla Fudge......Vanilla Ice......
AC/DC:.........(gg:) dschhhh...dschhhhh.... I woke up in the middle of the night ......tddrrnnn........tddrrnnn...tdrrrnnnnn.. (C.P.:)....thandaaaaa!!
.......dschhhh....dschhhh....(gg:) GOOF... GOOF......(C.P.:) SHRANKT!
Red Hot Chilly Peppers:...... (wk:).....dschhhhh
....trrrn....trrrnn......dschhhh.....dschh........trrn.....trrrnn...trrnn...
(C.P.:) GOOF... GOOF...... (gg:)..SHRANKT! ....etc.
2000 11 26 so 18:12 gg Evolution und Fortschritt
Der ethnographische Film, der mich am Nachhaltigesten beeindruckt (hat), heißt First Contact": Hochlandbewohner Neu-Guineas, die sich als die einzigen Menschen auf der Welt" wähnten, wurden 1930 von australischen Goldsuchern entdeckt, die zufällig eine Kamera mit sich führten und die Begegnung über einen längeren Zeitraum hinweg filmten. Der Dokumentarfilm aus den 80er-Jahren zeigt die Unverfrorenheit, mit der die damaligen weißen Eroberer auch noch Jahrzehnte später über die Wilden" sprachen bzw. den teilweise brutalen Umgang mit ihnen rechtfertigten. 50 Jahre nach dem ersten Kontakt wurde auch den inzwischen um 10.000 Kulturjahre" in ihre Zukunft Katapultierten und Assimilierten das Bildmaterial vorgeführt: Zwischen der Belustigung über die Komik einzelner Szenen blitzt immer wieder der Schrecken von damals hervor. (Bild aus 1930)
Dokumentationen wie First Contact" bestätigen im zivilisationskritischen Rezipienten das große Unbehagen bei all jenen Anlässen, zu welchen die Fortschrittlichkeit" des Westens gegenüber den letzten zurückgebliebenen" Zonen auf dem Globus gefeiert wird. Wenn etwa der moderne Mensch belächelt, dass ein Hubschrauber als Mixmaster bilong Jesus Christ" bezeichnet wird: Das wird wohl nicht mehr lange so sein. Bald werden alle nur mehr helicopter" sagen. (Assimilation gelungen alte Kultur tot.)
Das besagte Unbehagen führt mitunter dazu, dass die Arroganz der Fortschrittsgläubigen an den Pranger gestellt wird, und Fortschritt überhaupt als negativ besetzter Begriff fungiert. Womit wir auch gleich bei der gegenwärtigen Misere landen. Wenngleich die Verdoppelung der durchschnittlichen Lebensdauer des (westlichen) Menschen während der letzten 100 Jahre wohl kaum als unwillkommener Fortschritt angesehen wird, so gilt dies durchaus für die meisten zweifelhaften Errungenschaften" moderner Zivilisation und derer gibt es ja zur Genüge. So geschieht es häufig, dass eine Kritik der (oft unkontrollierbar ablaufenden) vielzitierten Beschleunigung" in der Gegenwart mit einer grundsätzlichen Ablehnung technischer, aber auch naturwissenschaftlicher, Erfolge bzw. Einsichten einhergeht. Seit einiger Zeit verfolge ich z.B. mit einem gewissen Staunen, wie sehr unter deutschen Intellektuellen die Evolutionstheorie (in der Gefolgschaft Charles Darwins) abgelehnt wird bzw. sogar (im Fahrwasser diverser Irrationalismen) bekämpft wird. Sloterdijk gehört zu diesen Kritikern", oder auch der von mir sonst sehr geschätzte Klaus Theweleit. In seinem Buch der Könige" macht sich Theweleit über Darwins Argumentationen zur Eiszeit (dass es diese nämlich gegeben haben müsse!) lustig, und zitiert dazu den großen Geschichtsdetektiv" Velikovsky: es fiel Velikovsky nicht schwer, den Unsinn dieses am Kamin ausgedachten Eiszeitgeredes, das wir alle in der Schule gelernt haben und das immer weiter gelehrt wird, zu b e w e i s e n aber das nur am Rand". (Ein paar Zeilen später, in Annäherung an die spekulative These einer derzeit erfolgenden sukzessiven Entthronung Darwins", kommt die zentrale Alternativ-Behauptung Velikovskys zur Sprache: der Planet Venus war ursprünglich kein Planet; er ist ein nach den anderen Planeten entstandener Stern [sic!], der zur geschichtlichen Zeit der Menschen [!!] aus dem riesigen heißen Planeten Jupiter herausgebrochen und zunächst als Komet durch unser Sonnensystem gerast ist." (S. 282 ff)
Diese Ignoranz gegenüber unzähligen (und auch in populären Darstellungen ausführlich dokumentierten) Forschungsergebnissen seitens kritischer" Zeitgenossen regt mich immer wieder einmal auf.
So auch heute bei der Lektüre des Wochenend-Standard-Albums. Da rezensiert ein gewisser (Viel-oh-soff?) Christoph Kletzer unter dem Titel Darwin Duck" das Buch eines naturwissenschaftlichen Laien" namens Müller, der heftig gegen die Darwinsche Evolutionstheorie polemisiert: Diese sei von Haus aus ein ganz einfacher Gedanke, der sich in zehn Zeilen darstellen läßt.... Womit sie sich dann noch beschäftigt, das ist das Management ihrer bodenlosen Unwahrscheinlichkeit" (Müller). Das ist wohl wahr", schreibt dazu Duck Kletzer, obzwar er selbst ein paar Zeilen zuvor gesteht: Die Angriffe gegen den Evolutionismus sind Legion, obgleich sie zu einer gründlichen Widerlegung irgendwie [!] nicht hinreichen." Da wäre zum Beispiel, so D.K., das ungeklärte Problem der Kontinuität und Diskretion". Er meint die alte Problematik, scheinbar zwischen einem (von Darwin vermeintlich favorisierten) Gradualismus der evolutionären Spezies-Entwicklung [Kontinuität"] und einer sprunghaften Entwicklung (z.B. die kambrische Explosin" der Artenvielfalt) [Diskretion"...??], entscheiden zu müssen. Dabei gibt es längst paläoontologische Befunde wie theoretische Modellierungen von sogenannten sprunghaften Equilibrien" (punctuated equilibrium"), die eine Unzahl von Erklärungsmodellen ermöglichen, welche nunmehr gegeneinander ausgetestet werden können. Eines der derzeit gängigsten Modelle stammt dabei von dem Physiker Per Bak, der übrigens am 1. Februar 2001 in Wien dazu vortragen wird. (Der Vollständigkeit halber sei hinzugefügt, dass unsere Forschungsgruppe, AINS, seit einiger Zeit eine maßgebliche Weiterführung bzw. Verbesserung des Bakschen Ansatzes verfolgt.) Immerhin hat Bak seine Theorie dermaßen plausibel verteidigen können, dass sogar Al Gore sie in einem seiner Bücher rezipiert hat.
Aber davon ist bei manchen unserer Westentaschenhegelianer" kaum die Rede. Die zitieren lieber Humberto Maturana aus dem Kontext: Die Evolution der lebenden Systeme ... ist Evolution der kognitiven Bereiche", so Duck Kletzer, um Folgendes zu schließen: aus dieser Folgerung läßt sich doch ein grundlegender Schritt absehen: es geht irgendwie [!] wieder um Geist." Ich würde allerdings vorschlagen, dass man so manche Geister nie aus ihrer Flasche entweichen lassen sollte.
2000 11 26 so 19:19 wk In der Badewanne,
wohin ich mich sonst immer zurückziehe, wenn mir etwas einfallen soll, was auch immer, ist mir heute absolut nix eingefallen, warum auch immer. Nicht mal mein Haustier, sonst stets am Strand zu finden, beiläufig auf und ab spazierend, hat mich besucht ! Daher heute keine Eintragung. Sorry.
PS :
(1) 1 Rundbrief an alle tbk verfertigt ! (2) Mit den Korrekturen im G&R-Buch auch schon fast durch (schon beim 1705. Akt angelangt !). So kann (3) der Plan tatsächlich eingehalten & das Buch morgen abend abgegeben werden. (4) Mit jh eben den Beschluß gefaßt, für die K&D-Aktion doch noch ein Plakat zu machen (sonst wärs ja förmlich fad geworden).
2000 11 26 so 20:00 td nachtragen
In der zweiten Runde des td-tb-Rätsels nun die Auflösung. (Bei Nachträgen sollte man nicht nachtragend sein.)
2000 11 26 so 23:00 gl Liebe Knödel Braun
Das Fest der Liebe kommt ja bald, tönt es aus dem Schlafzimmer. Also kurz gesagt, ich bin mit dem Abendgestaltungsteil der five dates or more rundum zufrieden. Jedesmal voll, jedesmal anders, jedesmal interessant, jedesmal bestes feed back. Heute ein Familiennachmittag zu Muttis Geburtstag als totaler Kontrast zu den urbanen Abenden. Aber wir verplanen parallel zum Idyll schon die nächste Woche für Aufbau und Südbahnhof. Was soll ich sagen, wie immer ist das Dichte, das Viele schwer wiederzugeben, das Banale leicht zu sagen. Heute gabs zum Beispiel Schweinsbraten mit Knödel und Salat und danach einen Germgugelhupf. Alles fabriziert in der Küche, die wir gestern Jürg Neuenschwander und Freundin Flavia vorgeführt haben, die auf Kurzbesuch in Wien weilten und auch den Vortrag von Reinhard Braun besuchten. Inclusive danach im Nil Bonmots-Austausch mit Karin Berger, die mich glaube ich als einzige garantiert zum Lachen bringt. Die Farben beschränken sich auf Braun, nämlich die Hundewürstel, die ich mit der gespaltenen Schaufel vom Vorwieserl auf die Strasse befördere und auf den Boden, den ich auf der Suche nach Schnittlauch und Schafen überquere.
2000 11 26 so 23:55 gd Pariser Sonntag
Gleich hinter dem Westeingang zum Jardin de Luxembourg hat in einem Jugendstil-artigen Gebäude eine Imkerschule ihren Sitz. Für die Praxis gibt es gleich gegenüber an die zwanzig kleine Bienenhäuschen, im japanischen Stil. Wie die Bienen strömen hundert Meter weiter Mütter und Väter mit ihren Kleinkindern zum Puppentheater der Fondation Robert Desarthis, einer in den dreissiger Jahren gegründeten Institution, die heute noch von Herrn Desarthis Jubior geführt wird. Er steht vor seinem Gebäude, das im damals sehr modernen fast Bauhaus-artigem Stil erbaut wurde und läutet mit einer Glocke. Der Kreis der Tai-Chi Praktikanten unter den Bäumen gleich gegenüber, läßt sich dadurch nicht aus der Konzentration bringen. Auch die im Türkensitz auf blauen Plastikmatten meditierende Jogagruppe hat die Augen geschlossen, und nimmt zumnderst visuell nicht Anteil an dem sonntäglichen Parkgeschehen. Hunderte Läufer rennen rund um den angesenkten Teich in der MItte des Parks, in dem wie immer die Segelschiffe ihre Runden drehen. Auf einer am Boden liegenden 10 mal 10 Meter grossen Weltkarte entdecken Parkbesucher in Socken ihre Urlaubsziele: Regardez Bora Bora!
Am Montmartre spielen die Schwarzhändler mit der Polizei Verstecken, und die arabischen Fleischhauer beim Flohmarkt haben heute alle volles Haus es beginnt der Ramadan. Abflug von Paris um 20h25, Ankunft in Wien um 22:15h. Wo immer wir sind, in der Metro, im Flugzeug, im Flughafenbus, im Taxi, begleitet uns der Geruch von französischen Weichkäsen.
Sturm dort wie hier.
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