2000 11 25 sa 14:00 td psychohygiene
    Diese häßliche Intellektuellenwort fiel mir zu einer schönen Sache ein (nein, nicht das), die ich schon länger mal machen wollte. Beim Aufräumen meines Zimmers (aha!) kamen mir die fazoletti aus den Bars von Florenz in die Hände, die ich mitgenommen habe, weil man weiß ja nie.
    Der Stockerlhintern bei aufgehendem Mond + Irisch Coffe man sieht schon, wesentlich vornehmer, nur ein F in „Cafe" hat da meine Schwester nicht vor Jahren den Aschenbecher mitgehen lassen?
    Fabbri heißt auch die Francesca, die wo jetzt zwei kleine Kinder hat und daher eigentlich nur noch als Mutter... Fabbri heißt Schmied, hier wird also Eis geschmiedet. Mir ist ja das Eis in Wien lieber. (außer Semifreddi)
    Diese entzückend kurzen Telefonnummern!
    Eigentlich keine Bar, sondern ein Bäcker, der hat aber bis 4 Uhr morgens offen.
    Scacciate, Pane toscano, und dieses Schüttelbrot, wo mir der Name nicht einfallen tut.
     
    2000 11 25 sa 17:40 gg Zahn der Zeit /2
    „Ziel....Punkt", war das Erste, das ich heute morgen hörte: ausgesprochen vom zweieinhalbjährigen Neffen Felix; unbändig war seine Freude, jetzt gleich mit dem Vater einkaufen zu fahren. Der war gestern übrigens sehr zurückhaltend: er hat überhaupt nicht gebohrt! Einzig seine Bemerkung, dass ich bald galoppierenden Zahnfleischschwund erleben werde, hätte er sich sparen können. Unweigerlich mußte ich an den Bewährungshelfer von Alex denken, der sich in „Clockwork Orange" an jenem berühmten Glas Wassers vergreift.



    So schnell vergeht die Zeit: Kinder sprießen aus allen Familienecken, einst urwahnsinnige Filme werden zum alten Eisen gezählt, und die Kinder im Zugabteil auf der Rückreise aus Neusiedl haben nur ein Thema: „Taxi Orange" und die brennende Frage: „Wer fliegt heute raus?"
    P.S.: Kreischende Tunten, lieber as, mögen zwar in spezifischen Vorstellungen von „Röhren" schwelgen, und dabei im Gedanken gleich über ein ganzes Orchester drüberfahren, aber was ist gegen ein „gewaltiges Organ" einzuwenden? Noch dazu, wenn's Jessye's airbag betrifft. I wish'd I'd have that much to inhale....
     
    2000 11 25 sa 18:23 pt Wenn Gabi da ist
    Gestern gab´s Kalbsbries und Kalbsfilet auf Risotto bianco (mit einem Sauvignon von Edi Kante [hi friends!]), heute gab´s wilden Sex und Fasan im Speckmantel mit einer Fülle aus Kalbsfilet und (gekochtem) Hamburger Speck. Wobei hier ein Loblied auf den Fleischwolf anzustimmen wäre. Irgendwie hat er ja das Flair eines Rechenschiebers im Sony-Zeitalter, aber wir lieben ihn. Das Kalbsfilet, das wir gestern zuviel hatten, haben wir mit diesem herrlichen Speck vom Scheiterer 2x faschiert und dann dem Fasan hinten reingestopft (in Wahrheit gab´s den Fasan ja noch gar nicht, den gibt´s erst in einer Stunde). Dazu wird´s Semmelknödel und einen Gurkensalat á la Haller-Oma geben. Und vom Malteser Ritterorden einen Cabernet Sauvignon 1991 (der lagert seit 1993 im Keller rum, jetzt ist er soweit: eine Wuchtbrumme [trotz des schwierigen Jahrgangs] mit einer wilden Himbeer-Zwetschken-Holler-Mischung-im-Maul).
    Ansonsten: Lange geschlafen, eingekauft, in Putzing am See (eine Disney-ähnliche Erfindung an einem erfundenen Badeteich, alles seit ca. 1975) Häuser und Gärten anschauen gegangen (wohlige Schauer wie in einem Horror-Movie; ich liebe es, und ich mein´ das echt so), im Bett auch Zeitung gelesen. Franzi kam gegen 4. Franzi ist Weinbauer seit gut fünf Jahren, und er kann stolz auf Erreichtes sein, aber heuer wird sein Traumjahr. Das große Glück im Keller beim Faßprobenkosten des 2000ers. Demnächst dürfen wir auch ran. Der Punkt ist der, und das habe ich ihm heute gesagt: auf einem Terroir, auf dem ein Roman Pfaffl seine vergorenen Glücksbringer hervorzubringen versteht, ist alles möglich.
    Meine Freundin heißt übrigens Anna B. Das weiß ich auch seit heute. Ich habe zeitlebens (as kann das bestätigen) Frauen-in-der-Ferne geliebt. Also solche, die ich vom Sehen kenne. Anna B. liebe ich seit zwei Jahren. Sie geht manchmal beim Haus vorbei und grüßt freundlich(st) lächelnd (vorausgesetzt, ich/wir halte/n mich/ uns im Garten auf). Anna B, Anna B!
    Morgen mehr.
     
    2000 1 25 sa 18:56 pt Alptraum „Albtraum"
    tb-intern:
    ad cs: Ich danke Dir aufrichtig für den entschiedenen „Alptraum". (Wobei ich allerdings nicht weiß, ob sie mit ihrer verbrunzten Rechtschreibreform die seuchenmäßig verbreitete Albträumerei post festum zu legitimieren versucht haben. Ich will es gar nicht wissen.)
    ad fb: Ich hab mich eh schon immer gewundert über Deinen LP-Recorder, wo Du doch keinen Fernseher hast. Sonst hätte ich mich gar nicht fragen getraut.
    Wie nun weiter?
     
    2000 11 25 sa 17:30 gd Paris, Bois dArcy, Versailles, Arbeitsschluß, Urlaub.
    Den Donnerstag Abend verbringen wir nach einem Spaziergang durch die Rue Moufftard im Restaurant der Moschee, bei Couscous mit Lammfleisch. Den Drink nehmen wir in der Rosebud Bar. Wir haben ihn schon letzten Samstag sofort wiedererkannt – den Kellner, der mit unverwechselbarer hoher und singender Stimme jede Bestellung wiederholt, oder eine weitere Präzisierung vornimmt. Der Dialog, der es vor sieben Jahren zum Dauerbrenner gebracht hat, lautete: „Un Whisky s´il vous plait!" „Un Whisky? Vous avez une preferance? Un J.B.?
    „On a travaillez comme les chefs" meint am Freitag resümierend Monseur Courbet vom Centre National de la Cinemathographie. Es waren 231 Filme die hs und ich auf Video gesichtet haben, sowie alle 1400 Lumiere Filme, die hs gesichtet hat. Von den 231 habe ich 58 als Filmkopien durch den Schneidetisch laufen lassen, und die Ausschnitte mit Papierstreifen markiert. Von den Lumiere Filmen haben wir 66 ausgewählt und als Videokopie bestellt. (Bild folgt)
    Arbeitsschluß um 15h15min. Bei der Heimfahrt steigen wir in Versailles aus, und spazieren zum Schloß. Wie schon beim ersten Besuch vor rund 25 Jahren, erscheint mir das Gebäude, trotz seiner gigantischen Ausmasse irgendwie mikrig. Schuld scheint mir die sowohl stadtseitig wie gartenseitig schlecht gelöste Geländeform. Von der Stadt kommend steigt die Paradeallee ganz langsam bis zum Gebäude hoch, das durch seine perspektivische Staffelung fast hinter der Kuppe verschwindet. Und vom Garten aus ist vom Fuß der Freitreppe betrachtet das Gebäude gänzlich verschwunden. Der Blick über den Garten ist auf Grund seiner gigantischen Dimension irgendwie entmutigend. Und dennoch frage ich mich auch hier, warum bei diesem Gigantismus der Wasserkanal nicht bis zum Horizont geht. Auf die paar Kilometer kann es doch auch nicht mehr angekommen sein.
    Abends zur Filmvorführung von FILM IST. 1–6, im Heinrich Heine Haus in der Cité Universitaire. Noch im November gib es im Centre Pompidou im Rahmen des umfangreichen internationalem Found Footage Programmes Monter/sampler eine weitere Vorführung von FILM IST. Weiters vertreten auch pt, Martin Arnold, Dietmar Brehm, Tim Sharp.
    Auf Einladung von cs, die auch der Vorführung beiwohnte, leeren wir um Mitternacht in ihrer Wohnung noch eine Flasche Beaujolais, und besprechen verschiedene Krankheiten.
    Heute morgen kaufen wir am Markt in Montparnasse die köstlichsten Käsesorten und eine Flasche Wein, für einen Abend in Wien. Danach kauft hs an der Seine einen griechischen Tempel für ihr Aquarium, und im Samaritain Strumpfhosen für den Winter. Im schweizer Kulturinstitut sehen wir eine Ausstellung von Godart, und in der Metrostation Chatelet hören wir ein Konzert eines 10köpfigen Streicherorchesters. „Das kann kein Konzertsaal der Welt" meint hs.
    Regenguß um 15 Uhr.
     
    2000 11 25 sa 18:50 hs Paris
    Heute nacht habe ich den Namen von KEN geträumt
    heute morgen habe ich ihn vergessen.
     
    2000 11 25 sa 19:19 wk Sorry undsoweiterrr.....
    Gerstern allein vier mails unter dem subject VERGISSMEINNICHT ! Also die Sache war die : Habe in den letzten Tagen 2 X den digest nicht gleich nach Mitternacht bearbeitet und beim Standard deponiert. 1 X am Freitag, da war er erst ab 09:30 im Netz, weil ich da so spät aus der Druckerei zurückgekommen bin. & 1 X am Samstag, also heute, weil ich da so spät aufgestanden bin & der digest zum Zeitpunkt meiner Niederlegung (18:00 !!!) naturgemäß noch nicht da war. Sorry for that inconvenience ! Habe von Dienstag 08:30 bis Freitag 18:00 (s.o.) insgesamt 2 Stunden geschlafen, die Rede vom „kruder&dorfmeisterwahnsinn" (s.u.) ist also durchaus berechtigt und in der gesamten Zeit nur je 1 großes & 1 kleines Bier getrunken (!!!!!), das große in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, als um 02:30 in der Druckerei plötzlich und überraschenderweise Walter Lendl vor mir stand, weil er auch einen Andruck hatte ! & den absolvierte er deshalb so spät/früh, weil davor der sog. „kruder& dorfmeisterwahnsinn" einen Höhepunkt erreicht hatte insofern, als auf einer Maschine weiter am Kern gedruckt wurde, während auf der anderen Maschine das cover anstand. Mir wärs ja egal gewesen, ob sie zuerst den Lendl & dann Korn gedruckt hätten, ich hatte eh Andrucke bis 06:00, aber so sind wir wenigstens zu einem Bier gekommen, 02:30 im Rhiz, wo immer noch live 1 DJ auflegte & gar nicht mal so schlecht... & ich den Walter nach kurzer Gegenwehr auf ein Bier eingeladen habe – das Argument : Ich hab die höhere Auflage, war schlußendlich überzeugend... Nur der Vollständigkeit halber : das kleine Bier gabs am Freitag um 16:00 beim Vietnamesen, wohin ich mich mit Ulli, Martin & Manfred nach der Abgabe des letzten Bogens fürs K&D-Buch zurückgezogen habe. So. & jetzt nach 15 Stunden Schlaf wende ich mich wieder dem Alltag zu & verspreche, regelmäßig Tagebuch zu schreiben & meine singenden Freundinnen nie wieder zu vernachlässigen (obwohl eigentlich ja der nächste Wahnsinn vor der Tür steht : das G&R-Buch – Drucktermin : Dienstag...) ! Nun zu o.a. Vergißmeinnicht – ein Blick auf die gleichen schweren Stunden aus einer ganz anderen Sicht :
     
    wenn's in den hosen stinket
    und deinen schwanz der eiterstock zerstört
     
    > o.k., jetzt hammas g'sungen, geflüstert, serviert
     
    vergissmeinnicht, wenn er vor schmerzen sinket
    und dich nach keinem fick in jahr und tag begehrt
     
    > und keiner war da. schon, die bäckerin vom blutaumüller
    > und der stefan webr und die tüczi mit dem franz, manon...
     
    selbst, wenn der fotzen schwarm sich schmeichelnd um dich schmieget
    ein venusfötzchen selbst vor dir geöffnet lieget
     
    > das hamma schon gern, wochenlanges vorspiel per gemailter
    > hurenlieder genießen und dann nicht kommen
     
    so denk an mich, wenn's dich im schwanze sticht
    vergiß mein nicht
     
    > o.k., bs war entschuldigt. berlin is weit
     
    vergiß mein nicht, wenn deine samenstränge
    geschwollen sind, wenn dir die vorhaut brennt
     
    > und wk is offensichtlich ertrunken im
    > kruder&dorfmeisterwahnsinn; nich mal
    > tb gab's heut zum frühstück
     
    wenn mondes frist, ja ganzen jahres länge
    man deines schwänzchens kopf mit höllensteinen brennt
     
    > aber wo war te?
     
    ja, wenn der ganze schwanz bis an den sack verbunden
    und in den seiten sich zwei mächt'ge pauken runden
     
    > dabei waren wir die e i n z i g e n, die dem rosarot nostalgischen
    > gesülze des hrn girtler was entgegensetzen konnten
    > („...früher gab es nicht so viele ausländische zuhälter... !)
     
    so denk an mich, wenn's dich in beiden hoden sticht
    vergiß mein nicht
     
    > dafür war der phettberg doch da, ätsch
    > und zur strafe schick ich euch die letzte strophe nicht (wk hatsieschon).
    > cb
     
       

    ohjehmineh.........!
    ich hab den ganzen tag versucht den wk zu erreichen (von wegen:
    is bummvoll ausverkauft, aber er kennt die leute ja....), habe mir zur
    einstimmung bereits die fifi mutzenbacher angehört und bin dann zwecks
    erweiterter einstimmung zum quell gegangen (von dort verzweifelt weitere
    nachrichten auf die abs der nachtbarn), die dann ob des vorrätigen
    weihnachtsbieres so gut funktioniert hat, dass es – bumsternatzl! –
    mitternacht war....
    ich war/bin untröstlich und zu etwaigen adventmässigen bussübungen
    bereit. bitte, bitte, bitte um die letzte strophe und evtl. eine zweite
    chance!!!!!
    zerknirscht,
    te
    ps: hab mir schon echte sorgen gemacht um den korn (zwei tage lang
    kein tagebuch; dem wird doch nix passiert sein....)!

       

    o.k., entschuldigung angenommen. zur buße schlag ich vor, daß du zum
    alljährlichen böszen frühstück im dez. kommen mußt, termin und ort werden
    noch bekanntgegeben. dort werden wir ein video des hurenauftritts zeigen.
    und nun die letzte strophe
     
    vergiß mein nicht, auch dann, wenn kühle erde
    das loch einst deckt, das dir die wunde schlug.
    denk, daß sich's dort weit besser fegeln werde,
    als da voll tripper ich's und voller chanker trug.
    dann soll mein reinlich loch stets freundlich dich umschweben
    und deinem schwanze trost und süße hoffnung geben.
    so lang halt aus, und wenn es dir vor liebe bricht
    vergissmeinnicht!
     
       

    uff, noch einmal glück gehabt!
    werde den buszgürtel anlegen und andächtig den hurenauftritt verfolgen.
    bitte um rechtzeitige bekanntgabe der koordinaten!
    in vorfreude,
    te
    Die letzten Bilder aus der K&D-Welt, at least for now. Muß mich schließlich wieder anderen Dingen widmen...
    (((Dank an die Nachtbarn, cb & te, für den wunderbaren Beitrag...))) PS :
    Wann der morgige digest erscheinen wird, kann ich erst recht wieder nicht sagen, da heute Griechenland angesagt ist &.....