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2000 11 23 do 8:51 pt In Beantwortung Ihrer
tb-intern/ad fb:
Ja, ich wäre gerne jung.
Ja, ich bin einsam.
Ja, ich würde selbiges gerne weiblich ändern.
Ja, ich würde gerne täglich BigBrother sehen.
Doch der Reihe nach: Borgst Du mir einen Longplay-Recorder?
2000 11 23 do 16:55 cs verwirrt und verregnet
Manchmal ist ganz klar, welchen Betreff" meine tb-Eintragung hat, manchmal schreib ich drauf los und auf einmal ergibt sich das Stichwort; manchmal erst zum Schluss, beim Durchlesen. Gestern folgte ich zweiterer Methode, aber, sträflich, dann hab ich einfach vergessen. Der Pate und wk mögen mir verzeihen, aber derzeit bin ich etwas hektisch unterwegs, von einem Ort zum anderen, vom meinem ausgelagerten Büro ins Headquarter, wieder zurück und wieder zurück; so wie auch heute, in der Früh zur Gender Mainstreaming Conference. Competitiveness and Growth" muss das natürlich heissen, wenn die OECD mit dem Nordic Council of Ministers so etwas veranstaltet. Mit diesem Konzept habe ich sowieso meine Probleme, meist wird es als Ausrede verwendet, um keine eigenen Programme, Projekte, Strukturen, Institutionen, Positionen (wie Ministerinnen z.B.) etc. für die Frauen- und Gleichstellungspolitik haben zu müssen; alles wird eben gemainstreamed, überall schreiben wir einen Satz, einen Paragraph, eine Absicht hinein zur Frauensache und damit sind alle, bis zu den Verteidigungsministern, die haben sicher auch irgendwo ihren Frauenpassus, aus dem Schneider, und es schaut auch so flächendeckend aus. In diesem Sinne waren insbesondere die Eröffnungsstatements heute sehr allgemein, sehr ähnlich, sehr wischiwaschi; traurig fragte ich mich, was nicht nur in der (Frauen)-Politik, sondern auch mit mir los ist, dass mich so eine Konferenz, hochbestückt mit 20 Ministerinnen und Ministern und jeder Menge sonstiger Entscheidungsträger und -innen, die meisten noch dazu aus den so fortschrittlichen, einst zumindest, nördlichen Ländern Europas, nicht mehr begeistern kann. Mein Kollege Ian sah beim Zurückkommen mein enttäuschtes Gesicht, wollte mich aufmuntern und sagte mainstreaming means throwing women into the river".
Grosse Entschuldigung bei fb!!!! gestern, in meinem P.S. schrieb ich pb statt fb. Und das mir; ich schein grad wirklich nicht so gut drauf zu sein. Mitschuld: Regen, Nieseln, grau, trostlos. Nur jetzt gerade, ehe es finster wird, ein zartrosa Schimmer auf dem Wolkenausschnitt, den ich aus meinem Fenster sehe; und wie immer zieht der Kran mit seinen riesigen Betonblöcken seine Kreise.
2000 11 23 do 19:00 td Mitteilung
Eine bemerkenswerte Sendung der Telekom finde ich heute in meinem Briefkasten: aufgrund eines Druckfehlers wurde für die neuen Telefonbücher vor einiger Zeit in einer Massenaussendung mit Blickversiegelung oder wie man das nennt, wenn die Innenseite des Kuverts mit vielen tausenden Nullen bedruckt ist, ein Preis von 13, Schilling angekündigt, der mit dieser Aussendung korrigiert wird: 20, wie bisher. Und dann war da noch irgendein anderes Problem mit unvollständigen Telefonnummern...
Was äußerlich so korrekt aussieht, wie muß es in den Gedärmen der Telekom zugehen, ein schwarzes Furzen, ein Brummeln und Rülpsen, bis der Schuldige sich ungespitzt in den PVC-Boden der Postdirektion verkrümmelt. Aber vielleicht ist nach dem Absturz der Telekom-Aktien eben auch der Wert der Telefonbücher eingebrochen. Alltagstheater.
2000 11 23 do 21:51 gg Zahn der Zeit
Heute kam ein Brief des International Institute for Advanced Studies in Systems Research and Cybernetics (IIAS)" hereingeflattert, mit der Einladung zu einer Verleihungszeremonie im Kongresszentrum von Baden-Baden, August 2001: to receive the IIAS-Millennium Award of Excellence and a Medal of Excellence in recognition of your outstanding scholarly work." Wwow!, dachte ich, und scannte mittels rapid eye movement den Brief in rasendem Tempo nach $-Zeichen ab. Allein, wieder einmal zeigte sich der gehörige Nachteil, nicht im Kunst- oder Kulturbereich aufzutreten, auch nicht im medizinisch-technischen (die sahnen üblicherweise haushoch ab!), sondern im ehrenwerten" naturwissenschaftlichen. Dort zählt die Ehre so sehr, dass man zum Beispiel für eine Publikation in einem renommierten Journal Tausende Schillinge zahlen darf, für Farb-Abbildungen noch einmal so viel, und überhaupt: Auszeichnungen zeichnen sich tatsächlich oft dadurch aus, dass sie einem irgendeine Ehre daherreden. So auch hier: die finanzielle Preisausschüttung beträgt nämlich exakt 0 öS = 0 $. (Offenbar gibt es in meinem Metier noch genug Blöde, die sich mit schulterklopfenden Ehr-Bekundungen" abspeisen lassen: Nunmal brav weiter so, junger Mann!") Anyway: ich fahr nicht hin.
Denn: Zeit ist Geld, und beide rieseln ohnehin nur so durch die Finger. Zum Beispiel das Geld: vor kurzem erst hab' ich 3200. öS für die Ersetzung meines alten, kaputten Thermostaten durch einen neuen hingelegt, und heute 2500. für die Reparatur des erst 3 Jahre alten Fernsehers. Was mich zu den Versäumnissen bringt.
Da wäre einmal ein Spontanbier mit C.P. gewesen, das ich heute dem Fernsehrückstelltermin opfern mußte. Sodann ist morgen Zahnarzt = auch Verwandtschaftsbesuch in Neusiedl angesagt. Mein Gebiss klappert schon heute vor lauter Vorfreude.
![]() Wahrlich ärgerlich an der Sache ist, dass ich dadurch eine Veranstaltung versäumen werde (ak und ich bleiben bis Samstag): Im Rahmen der Präsentation einer Videoreihe über österreichische Künstler/innen wird morgen um 19 Uhr in der ZONE" (7, Neubaugasse 40/5A) ein 55-minütiger Film über Peter Waterhouse vorgestellt: DIE ZEIT GEHEN SEHEN". (Soll aber auf ARTE gesendet werden.) ![]() Und weil wir schon dabei sind: Renald Deppe hat wieder einmal Post geschickt. Ankündigung des Aaron Copland Festivals, u. a. mit Deppe-Beteiligung, 8.10.12.: da sind wir aber schon in fernen Landen. ad gd: Iguana ist das nicht so eine Echsenart, vielleicht sogar in Frauenkleidern? (Vgl. Anna Maria Ortese, Iguana. Ein romantisches Märchen")
2000 11 23 do 23:05 as Que quieres?
Nicht eigentlich, sondern sicher, und das ganz eindeutig ist es zu früh sich so gehenzulassen. So darf man eigentlich nicht zerbröseln. Diese hemmungslose Selbst- und Fremdzerfleischung sich in einem so erschreckenden Maß zuzulassen, kann nur das Resultat dieser unseligen Kombination aus Verantwortungslosigkeit und Hilflosigkeit sein. What was it you wanted? Say it again. Aber sei still dabei! Man könnte sich auch für längere Zeit ausschließlich von englischem Kälber- und Rinderhirn ernähren.
2000 11 22 mi 23:30 jh Archinoia
Zweifellos weiß ich immer weniger, was DAS Archiv ist, geschweige den was 1 (EIN) Archiv ist, und noch weniger was für Bilder darin sind. Wahrscheinlich und das halte ich durchaus für möglich, waren die Bilder und Inhalte für mich resp. MOI vor einem Jahr noch von einer anderen (Bild)Bedeutung. Auf jeden Phall habe ich gestern mit wissender (im wahrsten Sinne des Wortes) Hilfe von Viktoria wieder das ORF-Archiv nach Kroaten durchstöbert. 12 Stunden haben wir versucht Bilder auf Inhalte und umgekehrt zu temperieren. Die konkret angedachten Gesichtspunkte der Geschichte der Kroaten virtualisieren sich zusehends. Die Schwankung ist ein Symptom der Geschichte der Kroaten. Die Übersättigung von Wein, Melancholie, Lust & Gesang stand & steht dabei nie auf dem Spiel. Ein Mehr oder Weniger an Bildern heißt nicht unbedingt ein Mehr oder Weniger an Text. Mich interssiert eigentlich was mit dem ganzen Bilderzeugs so passiert, wenn man sie (Texte & Bilder) auf drei völlig unterschiedlichen narrativen Ebenen miteinander konfrontiert. Mäßige ich die kitschige Wildheit wenn ich sie miteinander verbinde? Das bildinnewohnende Potential ist sich ja sehr ähnlich, eigentlich ein Herzstück des volksgruppengemäßen Zwischenzustands, der allzu vertrauten Tätowierungen der Geschichte. In Hinblick auf die kroatische Natur eine interessante Aufgabenstellung, wahrscheinlich um sich hinkünftig wesentlich extremer in ein humoristisches Abenteuer der Abstraktion stürzen zu können, in eine spaßige Tragödie der Sprache .....
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