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2000 11 17 fr 08:30 ga yesterday
war gestern.
1: Freude mit Elektriker, Gegensprech- & Telefonanlage
S = so schön, immer wieder dasselbe zu erklären & stets mit 1 neuen, von kritischer Information unbeleckten Beteiligten diskutieren zu können. Jeder muß S anscheinend selbst erfahren.
2: Freude mit der Waschmaschine
Sagt mir meine Frau frühmorgens, ich solle das Flusensieb reinigen mit 90% Schlaf im Auge = das sofort vergessen. 1 h später erfahre ich am Telefon, daß dasselbe sich verstopft zeige & die Wassermassen auf ihre Ableitung, das Sieb & die Wäsche weiter auf Reinigung warten.
3: Freude mit Netscape
Auf der jh'schen Kiste stürzt der Navigator bei 1 bestimmten www-Seite immer ab. Auch zeigt er den Zeichensatz ISO 8859-2 nicht an. Stunden des experimentierens; installieren neuer Versionen, Tests, Virenchecks & was der stillen Freuden mehr sind. Am Höhepunkt der Detektivarbeit kommt der Absturz schon bei Programmstart & ruft 1 Programm auf, daß Informationen über den Absturz an den Hersteller senden will.
2000 11 17 fr 08:40 pt Tagesplanung
8:00 Journal um Acht
9:15 Aufbruch zu Gabiwohnung-Autogarage (Wien II, Schmelzgasse)
9:30 Abfahrt nach Enzersfeld (solo)
10:00 Enzersfeldeintreffung
10:20 Abfahrt Richtung ARBÖ Brünnerstraße mit Winterreifen an Bord
10:45 ARBÖ, Box 1, Winterreifenmontage
11:15 Weiterfahrt nach Mistelbach
12:00 Eintreff Alleegasse; Mittagessen mit Muttern und Co.
13:00 Besuch Oma im Pflegeheim
14:00 Rückkehr Alleegasse; Gabi eingetroffen
14:15 Saunabetretung
18:00 Saunaverlassung
18:15 Mistelbachverlassung
19:00 Buchinger´s Zur Alten Schule in Reinthal b. Wolkersdorf
19:30 (ca.) Beginn Ausspeisung tote, stark erhitzte Gans
22:00 (ca.) Enzersfeldrückkehrung; Abend- und Nachtgestaltung ad libitum
2000 11 17 fr 11:45 cs feucht und fröhlich
ging es zu gestern Abend, in ganz Paris, wahrscheinlich im ganzen Land, diesmal nicht nur wegen des Regens (der hörte abends endlich auf), sondern wegen des in Strömen fliessenden Nouveau Beaujolais. Gedränge und Aufregung wegen des Ereignisses waren schon im Supermarkt zu spüren, wo gefährlich hohe Weinflaschentürme bestürmt wurden; dann, volle Bars, Restaurants, Cafés überall; mich hat es in den 9. Bezirk verschlagen, Nähe Notre Dame de Lorette, in die Rue la Fayette; in die Brasserie Général La Fayette", um 9 Uhr abends schon eine Stimmung als wärs 2 Uhr Früh, Warteschlange, aber die Kellner und die Gäste sind so gut drauf, dass es kein Gedränge, kein Geraunze, gibt, sondern schon volle Gläser während man sich für einen Sitzplatz anstellt; auch das Menü Beaujolais konnte dabei schon studiert werden. Herrlich gegessen und sehr gut getrunken.
Wegen einer ganz und gar ungenüsslichen Sache muss ich jetzt schon frühzeitig nach Hause: seit Wochen schon prangt ein rosa Blatt im Hausflur und kündigt die action d'ésinsectisation contre les blattes" an... es wird zwar versprochen, dass den potentiellen Kackerlacken mit ungiftigem, nicht-duftendem und auch sonst in keiner Weise die Menschen gefährdenden Mitteln zu Leibe gerückt werden wird, aber ganz wohl ist mir nicht bei der Vorstellung, dass irgendwelche Leute kommen und irgendein Zeug in meiner Wohnung versprühen; aber die Aktion ist Pflicht, und es ist ja wahr, es gibt kaum eine grauslichere Vorstellung, als eines trüben kalten Morgens in Badewanne oder Abwasch die kleinen Kriecher vorzufinden...
Heute herrlich blauer Himmel, noch; sonniger Morgen, mässig kalt; bon weekend.
2000 11 17 fr 15:00 gl blau blau blau
Die Morgenfarben. Zwei dunstig blaue Bildausschnitte aus Aulandschaft mit Nebelhimmel unterbrechen die im Schatten liegende Wand mit den beiden Ölkreidebildern aus Vietnam. Bald ist es wieder soweit.
Abschreckendes Schwarz wird mich schockieren, wenn ich mich um halb sieben ins große Zimmer schleppe und ein unverschämt fröhlicher kleiner Junge hinter mir herspringen wird. Heute z.B. wurde ich beim Aufwachen mit meine heiße Mama !" begrüßt. Das Schlafdefizit wächst. Nächte im MAK z.B., wo der übriggebliebene Herr den beiden Widderinnen Runde um Runde auftischt, zehren ebenso wie plötzliche Anfälle von Freiheitsbedürfnis, die in die Leerung von Alkbottles, der Konsumierung von Softsex, von puzzeligen Röschen und jedenfalls keinesfalls Schlafen münden. Für die finanztechnischen Sitzungen untertags ist derlei recht günstig. Man tritt unbekümmert und humorvoll auf, weil man nichts zu verlieren hat, und gewinnt so oft ein Spielchen. Allerdings habe ich sicherheitshalber eine Antifaltencreme gekauft. Nun denn, auf zum Leopoldifest, zur Geisterbahn und zum Konsum der nächsten Ungesundigkeiten. Der Himmel ist ja schon etwas blauer.
2000 11 17 fr 16:07 as, brüll nicht so rum!
Ich bin müde.
Jetzt, da es auch noch regnet.
Und kalt ist. Im Herzen wie outdoors.
's fehlt nur noch Schnee.
2000 11 17 fr 18:42 gg lechts & rinks
Vor dem gestrigen Treffen im Gmoakeller mit ak, wk und C.P. war ich auf Empfehlung des Letzteren im Stadtkino: La voleuse de Saint Lubin" (Die Diebin von Saint Lubin"), mit der grossartigen Dominique Blanc in der Hauptrolle. Ein sogenannter sozialkritischer Film" beinah klassischen Zuschnitts (sprich: auch mit einem gewissen, sanften Belehrungseffekt), aber sehr logisch, konsequent, ohne Schnörksel oder Gefühlsduselei abgewickelt und dabei so überzeugend, dass einem das Fürchten kommen kann. Eine teilzeitbeschäftigte alleinerziehende Mutter zweier Kinder in argen Finanznöten verliert einmal den Kopf und begeht an einem Tag dreimal Ladendiebstahl (Fleisch aus Supermärkten, das ihr sonst immer zu teuer ist). Sie wird ertappt, und ein Supermarkt bringt sie vor Gericht. Die Richterin versteht ihre Lage, und spricht sie mit der Begründung frei, die Mutter habe aus Notwehr gehandelt. Das kann natürlich nicht sein: die Medien kriegen Wind davon, bauschen das Ding zur nationalen story auf, und in der nächsthöheren Instanz wird die Frau zu einer Geldstrafe verurteilt. Eine sogenannte wahre Geschichte" (aus den Sechzigerjahren). Beeindruckend die politische Dimension: ehemals pro-kommunistisch, wählte sie diesmal die Front National. Zentraler Satz: Man muss es denen einmal richtig zeigen", ihnen" Angst machen. Wie vertraut! Doch als sie einen Lokalpolitiker der FN kennenlernt, merkt sie, dass der sie nur benutzen möchte für seine primär rassistische Politik.
An dieser Stelle hätte der Film aber auch radikaler sein können. (PC, wie die Hauptakteurin nun einmal ist, will sie nichts davon wissen, dass ihr Ausländer/innen die Jobs wegnehmen". Der Film ist also in letzter Konsequenz moralisch: obwohl einsichtig wird, dass die Frau einmal FN gewählt hat, wendet sie sich zu guter Letzt mit Abscheu von der FN ab.) Was aber, wenn der FNler nicht so ungeschickt, schmierig, und primär rassistisch agiert hätte? Oder was wäre passiert, wenn die Frau tatsächlich einmal schlechte Erfahrung mit einem Ausländer punkto Jobsuche gemacht hätte? Nicht alle Ausländer sind Engel, und manche sind z.B. auch kriminell. Was geschieht in einer Schule mit 90 % Ausländer-Anteil, in der die Kinder nur mangelhaft Französisch sprechen, und die Französisch-Sprechenden weniger lernen als sie später brauchen könnten?
Soll ein Film dieser Art also PC sein? Oder wäre ein Szenario, wie ich es hier angedeutet habe, automatisch Propaganda" für die Rechten? Ich denke, man muss sich diesen Problemen ernsthaft stellen, wenn man auch die betroffene Bevölkerungsschicht erreichen will. Wie das konkret geschehen soll, weiß ich auch nicht, aber es wäre eine Herausforderung für Filmemacher: Die Dinge in der Schwebe halten, keine politisch korrekte Lösung" aufzeigen, das Zurückgeworfen-Sein auf die eigene Entscheidung und gleichzeitige Machtlosigkeit demonstrieren, und doch noch irgendwie Hoffnung aufkommen lassen. (?) Nun, letztlich geht die Geschichte der Diebin" ja nicht wirklich gut zu Ende, sie wird bestraft, und sie wird es noch schwieriger haben. Aber sie hat sich nicht ihren Stolz nehmen lassen, und das ist die eine Aussage des Films, die mir die Wichtigste war.
Zu dieser Problematik passt die Geschichte, die mir Walter Pamminger heute erzählte. Er hat Bauarbeitern zugehört, die über den F-Spitzelskandal diskutierten. Erfreut hört er mit, wie sich die Männer in wüsten Beschimpfungen der F ergingen. Bis einer von ihnen sagte: De kean jo olle an d'Wand gstöd!" Da war's dann aus mit Walters Freude.
Übrigens: wir werden gelesen! Gestern abend hat mich Didi angerufen und sich nach meinem Befinden erkundigt: Ich hab' im Standard gelesen, dass du wieder mehr hustest!"
2000 11 17 fr 21:14 pt Tageswirklichkeit
8:00 Journal um Acht (Radiowecker)
9:07 Aufbruch zu Gabiwohnung-Autogarage (Wien II, Schmelzgasse)
9:23 Abfahrt nach Enzersfeld (solo)
9:46 Enzersfeldeintreffung
10:24 Abfahrt Richtung ARBÖ Brünnerstraße mit Winterreifen an Bord
10:37 ARBÖ, Box 1, Winterreifenmontage (ATS 240, + 60, Vertrinkgeld)
11:10 Weiterfahrt nach Mistelbach (im Radarschatten eines Audi A6)
11:55 Eintreff Alleegasse; Mittagessen mit Muttern, Stiefvatern, Schwester.
12:50 Besuch Oma im Pflegeheim
14:40 Rückkehr Alleegasse; Gabi schon längst eingetroffen und sauer
14:45 Saunabetretung, Versöhnung
17:22 Saunaverlassung (voll versöhnt)
18:20 Mistelbachverlassung (a deux)
18:45 Buchinger´s Zur Alten Schule in RIEDENthal b. Wolkersdorf
19:10 Beginn Ausspeisung (Vorspeise, Suppe, Hauptspeise)
21:05 Enzersfeldrückkehrung; Wein, Schnaps, Weib.
Morgen mehr: Bei Buchinger´s. Leiden und Freuden eines Landgasthofgastes.
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