2000 11 04 sa 01:05 td wärmer – CrusherX
    Das Problem der Elektronik ist auch ihre Verfügbarkeit: Klangmaterial entsteht inflationär, daher wird auch der Wertverlust nur mittels zeitsparender Improvisationstechnik wettgemacht. CrusherX von Steffens arbeitet für sich selbst, man drückt ein paar Random-buttons und schon ist Musik. Arbeiten am Klang mit dicken Gummihandschuhen, die an einer Glasbox befestigt sind. (Eingelullt zuerst, kurz darauf eingeschlafen.)
     
    2000 11 04 sa 08:35 td bedeckt - Existenzformen
    „I'd like to be that (other) way". – „I'd like to be those other ways".
    Wäre es möglich für die sogenannten „Lebensabschnitte" verschiedene Existenzen („Lebensentwürfe") zu realisieren?
    Das war für mich (oder soll ich jetzt sagen für „ihn"??) eine eigentlich ausgemachte Sache: einerseits entscheide das „Leben" sowieso darüber was ich mache = wer ich bin, („faith"&"determinism") andererseits könnte durch eine eigene Gestaltung diese Existenz quasi „von außen" bestimmt werden. (So, wie es manchmal heißt, daß man nur die Medien in der Hand zu haben braucht, um ein Land zu regieren oder daß ein gutes Marketing ALLES verkaufen könne etc.) In der ersten Zeit also war ich Geschichtsprofessor an der Salzburger Uni (etwa von meinem 8–13 Lebensjahr), danach etwa für 1 1/2 Jahre Chemiker, dessen zielstrebige Entwicklung dort zu kränkeln begann, wo meine Mutter zu meiner Schwester sagte (was die mir dann hinterbracht hat), „das sei eben jetzt die chemische Phase" und dieselbe dann wenig später auch beerdigt wurde. Fatal: die Phase wurde beerdigt, nicht aber die Auffassung, das Leben bestünde tatsächlich aus derartig heterogenen Existenzabschnitten. Danach bis zum 15 Lebensjahr Orgelbauer. Schnitt mit Umzug: aus dem Orgelbauer wird kurzzeitig ein Dichter, dann Organist. Ein halber Herzanfall reißt mich (ihn) aus dem humanistisch orientierten Organistendasein. Werde Pianist und bereits nach 2 Jahren intensiven Studiums Auftritte mit Beethovensonaten und Chopinetüden. Dazu hat sich der Faden des Komponisten weitergesponnen auf einer Ebene von Nazimusik leider, was mir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt war. (Das ist auch so eine Sache, das man dem Wissen über zukünftige Existenzerfahrungen nicht vorausgreifen kann.) Nach einem Klavierabend mit Alfred Brendel gratulierte ich ihm, er mich völlig unerklärlicherweise äußerst freundlich und händeschüttelnd begrüßend und sagte ihm rundheraus, ich könne im Moment nicht entscheiden, ob ich Pianist sei oder Komponist. An seine Antwort kann ich mich nicht mehr erinnern. Eine schriftstellerische Phase, die in einem kurzen Buch über den allerletzten Papst „gipfelte" inszenierte sich im quasi-rhimbaudschen Pubertätsdasein. Dann saß ich eines Abends allein in der Wohnung meiner Eltern und beschloss a) ein Schriftsteller sei jemand, der etwas zu erzählen habe; ein Komponist sei mehr verinnerlicht und ohne Geschichten. b) auf jeden Fall auszuziehen vom Elternhaus.
    Diese Veränderung brachte mir einen neuen Konflikt: Atarifachmann. Der Atarifachmann in mir war allerdings ein rein ästhetischer, der sich eine nicht wieder gut zu machende Zeit lang mit der Gestaltung von virtuellen GUIs (=Graphic User InterfaceS) beschäftigte, gleichzeitig auch Chefdirigent eines bekannten Orchesters wurde. In diesen Abschnitt einer Doppelexistenz, die getragen wurde vom Traum an ein Opus Magnum, dessen Gebiet allerdings etwas unklar blieb, trat noch ein Tertium ein: die Existenz als Liebhaber und junger Mann an sich. – Ich muß einfügen, daß alle diese Existenzabschnitte von einer ihnen eigenen Dramaturgie gekennzeichnet sind, einem Verlauf, der letztlich zum Ende des jeweiligen Abschnittes geführt hat. – Dieses Dreieck löste sich mit der Dramatisierung: Ankauf eines Macintoshes (no more Atari Guis) – Auflösung des Orchesters aufgrund von Überalterung – Auflösung der Ehe aufgrund von Überalterung, auf. Eine leicht sich andeutende Schleife zum Geschichtsprofessor der frühen Tage ergab sich in den Träumen an ein Dasein als Musikwissenschaftler an einer amerikanischen Uni. Ausgelöst von der Betrachtung meines Mac SE, dem „Würfelmac", wie er auch in den amerikanischen Unis damals die Bibliothekskataloge beherbergte, schwebte ich mit stark geneigtem Kopf zwischen den Bücherregalen von Handbibliotheken, stand in Kontakt mit führenden Autoren und war gerngesehener Gast bei diversen Symposien, das Orangensaftglas achtlos in der einen, das Brötchen in der andern, besinnungslos in ein Gespräch über die Ausdifferenzierung des Schenkerschen Mittelgrunds in post-tonalen Arbeiten vertieft. – In langen Waldspaziergängen mit meiner in Scheidung befindlichen Frau diese Existenzmöglichkeit nochmal durchdiskutiert (reden konnten wir ja immer sehr gut miteinander). Dann dieses Projekt in Angriff genommen und nach Amerika gegangen. Es war sozusagen ein heim-in-meinen-Traum. An der Uni von Berkley (CA) auch gleich Freunde gefunden und mich in die Intimität von MAX vertieft. (MAX ist eine Signal-processing software für MIDI-Daten). Doch mit dem Traum des wissenschaftlichen Daseins kam auch wieder jener des Künstlers. In qualvollen Hotelnächten zwischen Nashville und Chattanooga nochmals alles umgewälzt, dann ging über Nacht der Stardirigent des Cumberland-Orchesters aus mir (ihm) hervor und stieg auf über Tennessee. Mühelos überwand er sein Ehedrama und fand eine neue Frau die ihm aus der Hand fraß, so jung war sie.
    Amerika ging zu Ende, damit auch die Karriere des Stardirigenten. Andere Existenzformen zeichneten sich rascher als erwartet ab, etwa Kreditbedürfnisse und Zahlungsschwierigkeiten. Die Annäherung an ein so-Sein bekam etwas Faszinierendes und zugleich Abschreckendes. Einfach so zu Sein und ohne Perspektive oder Sinn. Vielleicht ein ander Mal mehr davon.
    PS. Bei dem Klangforumskonzert habe ich doch cs gesehen??? Entsprach dem Foto aus „Autoren" und wollte sie dann sogar fragen, hab's dann aber gelassen, der Cryptophilie zuliebe.
     
    2000 11 04 sa 10:22 pt Deportation Lebendbegrabung Massenmörder
    Nun macht sich also die Gestapo auch über Freundchen Karli Schnell her. Hat sich ein bißchen zu weit aus dem Amtsstubenfenster gelehnt, der gute Mann. Werden sie ihn deportieren? Wird es noch etwas zum Deportieren geben? Oder werden sie sich damit begnügen, ihm die Arme und Beine zu brechen? (Gestern abend in der ZiB2: Endlich spricht ein Medienvertreter (Roland Adrowitzer) den Schnell´schen Vergleich an [oder hab ich was versäumt?].)
    tb-intern/ad hs, 3.11.: Posthornschnecken im Glauben, sie seien dahingeschieden, bei, wenngleich schlaff herumhängenden, so doch quicklebendigem Leibe unter einem Ficus Benjaminus zu begraben, fällt unter Körperverletzung mit Todesfolge. Mildernd: tätige Reue (Exhumierung, Kurzkrematierung in Olivenöl, crunshy style; superb! [mit Pinot grigio]). Was mich zu George Bush bringt (heute morgen hatte ein Neuwahltraum mich um 7:15 Uhr aus dem Schlaf gerissen; er muß, wie das „Journal um Acht" belegte, die US-Wahl gemeint haben). Dem texanischen Alphatier sind keinerlei mildernden Umstände zuzuerkennen. Hier stellt sich jedoch die prinzipielle Frage: Wie, bitte schön, kann so etwas wie dieses Bush auch nur in die Nähe einer Nominierung für den US-Präsidentenjob kommen? Texas – o.k., dort ist alles irgendwie strange (vgl.: „Die Giganten" mit Hudson & Dean). Aber Washington? Dieser massenmordende, bildungsmäßig gänzlich unbeleckte Volltölpel?? Warum nicht gleich Hojac „Westenthaler"? Gegen die Dramatik der nahenden Dienstagnacht verblaßt sogar die heutige BigBrother-Nominierung. (Und das Gemeinste: Man muß für einen [sämtliche vor acht Jahren geleistete Umweltschutzeide gebrochen habenden] Al Gore sein! Merke: Weltpolitik – UNGERECHT.)
     
    2000 11 04 sa 12:30 gl Zahnfee Fotos
    Farbenmäßig spielt sich heute dasselbe wie gestern ab. Nur, dass die Blätter der großen Marille noch gelber sind.
    Der Zahn hat sich in 10 Schilling verwandelt, trotzdem das Glas schon irrtümlich in den Geschirrspüler gewandert ist, der Zahn wahrscheinlich irgenwo im Abfluß hängt, und ich es schnell wieder aufgestellt habe, bevor Luzia ins Zimmer gekommen ist. Sie hat nichts gemerkt und war glücklich.



    Das letzte Augenpaar liegt in einem Eisalatschüsserl im Keller. Hinter den Schnapsflaschen. zwecks letztem Foto. Frau Z. meint, den Rest können wir in den Biomüll geben. Na prost, hoffentlich kügelt das nicht in einem ungünstigen Moment alles heraus. Die Organfotos sind gut geworden. Zum ersten Mal benützen wir unseren neuen Auflegetisch, um nun „hinter das Werk zurückzutreten" (td) und uns Gedanken über die Namen zu machen, die die Organe kriegen.
     
    2000 11 04 sa 12:32 pt Zwischenbericht
    Einen entzückenden Lapsus zum Thema „Wie sieht mein Unbewußtes den wk?" produziert. Den tb-derStandard.at-schwerstüberlasteten wk angerufen: „Wie geht es tier?" (wk, mein herzallerliebstes wildes känguruh). Weniger freundlich wk's BW: Er hatte mir die Autorenschaft der Carlo-tb-Replik unterstellt, meinte also, ich würde mir Reaktionen selber schreiben! NICHT FREUNDLICH.
    Ansonsten: In der Singer-Billa ins Frischfleischaufbereitungsgelände vorgedrungen. Auch dort kein Carpaccio verfügbar: Das gäbe es nur, wenn Weißes Scherzl da sei. Zwei Minuten später schon wieder dort: Auch Bio-Freiland-Hendln gäbe es quasi nur stoßweise, wird mir beschieden. Abschließend mit dem Filialleiter über die Musikberieselung konferiert: „Ich bin nicht hier, um mich mit dem Musikgeschmack der Konzernleitung vertraut zu machen." (dt. Schlagermusik). Wir gehen (ich Opfer, er unschuldig) total freundlich miteinander um. Er rät zu: 0 22 36 – 600, Kundendienst verlangen, losbrüllen.
    Was wird´s heute abend geben? Im Wok Zucker in Butter karamelisieren, viele Karottenscheibchen (3–4 mm) hinein, mit Madeira (semiseco) aufgießen, weich werden lassen. Dazu geschnetzeltes Hühnerfilet (antibiotikagestärkt), vorsichtig mit Soya und Hot Chilli Sauce for Chicken würzen.
     
    2000 11 04 sa 17:20 gg 3 Postkästen



    Hab' heute wieder einmal in den physischen Postkasten geschaut. Darin fand sich gleich zweimal Post von Renald Deppe. Auf der Rückseite der Ansichtskarte aus Gmunden schreibt er: „Überall – wo ich mit meiner Musik auftauche, verlassen die Bürger fluchtartig die Stadt." Gleichfalls eingetroffen: die Einladung zur heute Abend stattfindenden „Stille" im k/haus, zu der auch td aufspielen soll. (Tut mir leid, sie zu versäumen.) Im Fax-Postkasten fand sich ein Hinweis von Ursula Baatz, die am kommenden Montag anläßlich der Gründung von ATTAC Österreich (Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte; Informationen bzw. Unterstützungserklärung unter www.attac.org/austria ) eine Diskussion im Semper-Depot leiten wird: „Globalisierung braucht Gestaltung. Wege aus der Ohnmacht".
    Dann hab' ich noch im elektronischen Postkasten nachgeschaut. Susanne Kridlo aus Dresden, Kuratorin im „Deutschen Hygiene-Museum" (schrecklicher Name! – aber eben ist eine interessante „art&science"-Ausstellung abgebaut worden: „Kosmos im Kopf: Gehirn und Denken"), schickt mir eine mail. Sie ist derzeit intensiv mit Sexuellem beschäftigt, das es mit einem Hygiene-Museum exhibitorisch-exhibitionistisch aufnehmen könnte: „Das Projekt ist in einer schönen Phase: die Materialrecherche. Das ist mit Besuchen von Museen und Sammlungen oder mit Gesprächen mit Zeitzeugen verbunden. So war ich im Anschluss an Bonn in Leiden (wunderschöne Anatomische Sammlung und ein wissenschaftshistorisches Museum) und in Amsterdam. In Amsterdam besuchte ich Oswald Kolle. Netter Mann, der mich zu Spaghetti in einem netten italenischen Restaurant einlud. (Solche Restaurants gibt es in Dresden nicht und es gibt auch nicht so nette Menschen wie in Amsterdam – vielleicht mal Einen – aber nicht Tausende)."
     
    2000 11 04 sa 18:28 as Krankheit Oberflächen und BB
    Von den entzündungshemmenden Tabletten über die schmerzstillenden Pastillen hin bis zum hochdosierten Vitaminpräparat als Prophylaxe für und gegen alles irgendwie geschwächt habe ich doch mit einiger Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß in der Stadtresidenz Landshut, hier in den Birkenfeldräumen die Entscheidung nun endgültig zugunsten der Erhaltung der unter König Ludwig II. entstandenen Maserierung der Sockelverkleidung gefallen ist.
    Ein historisch stimmiges Raumkonzept, ausgehend von handgedruckten, ganz außerordentlich farbigen Tapeten (1796–1804, in dieser Ausprägung quite early, naturalmente aus Frankreich) herzustellen hätte bedeutet das Lambris, das mit der Umgestaltung der Räume für Ludwig II. in ganz außerordentlicher Qualität maseriert wurde, „silbergrau" überfassen zu müssen. Künftig wird aber eine Tapete von 1796/ 1804 zusammen mit einer Sockelvergleidung von 1873 zu sehen sein. Dieser Zustand ist zwar chronologisch falsch, weil Ludwig II. zusammen mit der Maserierung des Lambris auch die älteren Tapeten beinahe naturgemäß „Königsblau" überkleben hat lassen. Die Überfassung der Maserierung in „Silbergrau" hätte mit großer Wahrscheinlichkeit eine Beschädigung, wenn nicht sogar die vollständige Zerstörung der Maserierung bedeutet, weil trotz aller Versuche mit verschiedenen Kaschierungsmethoden und -materialien, Versuchen mit chemischen Trennschichten zwischen Maserierung und Überfassung keine verbindliche Aussage über die vollständige Reversibilität der Überfassung, vor allem aber unter Erhaltung der darunterliegenden Maserierung gemacht werden konnte. Im speziellen Fall geht die Technik der malerischen Maserierung (Kämmung verschiedener meist biergebundener Lasuren) weit über eine reine Holzimitation hinaus und zeigt exemplarisch eine für die 2. Hälfte des 19. Jhs typische Verfeinerung, die hin zu sog. Oberflächenveredelungstechniken führt.
    Also vom malerischen Naturalismus zur Künstlichkeit.Und dafür sind eben nur mehr sehr selten, wenn in Bayern überhaupt noch Beispiele zu finden. Daß sich die ganze Angelegenheit aber in einem bis 1780 beinahe stilreinen, durch den massiven Eingriff im Klassizismus jedoch nicht mehr rekonstruierbaren Renaissancebau abspielt, entbehrt nicht, wie soll man sagen: kunsthistorischer Komik.–
    Muttern ist laut eigener Aussage nächtens 2x aus dem Bett gefallen. Dem Herrn, den zu loben und preisen sie offensichtlich nie müde wird, sei Dank, daß sie dabei heil geblieben. Irgendwie hat Mama immer schon geflunkert.–
    Nov 13/14 werden bei Phillips Auctioneers in New York Siebdrucke (no na!) von A. Warhol versteigert, beispielsweise selfportrait, ca 1966–67, 55,8 x 55,8cm, derzeitiger Schätzwert 600.000 „ju eß" Dollars. Erstaunlich, wenn man weiß, daß Warhols noch vor etwa 5 Jahren zwar nicht für 'n Appel und 'n Ei, so aber doch für weniger als die Hälfte zu kaufen waren.–
    Los Leones: Wieder nur unentschieden, und das gegen Bochum. Diese Saison wieder die alte 60er-Geschichte: Fan zu sein, der reine Masochismus! Apropos: durch die Kränklerei werde ich wohl der BB-nominierungschose nicht entkommen, mein Tip: Marion (die schon mal hinausgemobbte Stripperin) und Hanka (einstens Die Hexe, mittlerweile nur mehr zähmlich/dämlich), wenn nicht die Zuschauerstimmen den Ausschlag für eine andere Kombination geben.
     
    2000 11 04 sa 20:29 ak am Tag der Männer
    Na Gutt:
    Das letzte sowjetische Staatsoberhaupt sprach im Wiener Rathaus über alles, was Männer bewegt: von der Prostata bis zum Globus!
    Böss:
    Gestern war ich mit drei Teilnehmern meines Englischkurses zum Gansl-Essen im „Peter & Paulus Stüberl". Das Gansl war sehr gut, meine Begleiter lustig und charmant, aber der Kellner war etwas gschleckt und arrogant. Obendrein wollte er ganz ungeniert einen Hunderter zuviel einstecken, was wir gerade noch rechtzeitig bemerkt haben.
    Jähn-seits:
    Auf Ö1 habe ich gestern gehört, dass bei einem Prag-Besuch von Prince Charles dessen Lieblingsmayonnaise in London vergessen wurde. Der „eitle Pimpf" bestand darauf, dass ihm sofort welche nachgeschickt werde. Und so flog ein Diplomatenflugzeug subito von London nach Prag: mit einem Glas Mayonnaise an Bord!
     
    2000 11 04 sa 20:20 gh offene Telefonate
    Anläßlich unseres Besuches in München wurde auch mein alljährliches, seit dreißig Jahren stattfindendes 1. Novembertreffen mit meinen drei besten Freundinnen vorverlegt.
    Beim diesjährigen Tratsch fehlte Christl, sie weilte mit Mann und Kindern in Hamburg, um einige Dinge für die geplante Weltumsegelung zu erkunden. Der Abend war dieses Jahr auch nach drei Stunden zu Ende, da wir keine Übereinstimmung erzielen konnten bei den Fragen: ob eine Mutter alle ihre Kinder gleich lieben kann, ob ein im Testament festgehaltener Wille bedingungslos von den Erben erfüllt werden muß und ob eine 17 jährige (nämlich unser Patenkind) darüber urteilen kann, ob wir gute oder schlechte Mütter sind. Seit 28.10. ist jetzt mal Funkstille, am 7. hat Anneliese Geburtstag, da gibts dann einen Grund anzurufen, um beim einen oder anderen nochmal nachzuhaken.

    2000 11 04 sa 23:22 fb die Probleme verschieben sich ja nur
    Von Samstag (20001028) bis Samstag (20001104) hatte ich Schnupfen. Diesen behandelte ich mit nachstehenden Medikamenten:
    »Ascorbisal« (ein österreichisches Erzeugnis, das ident mit Aspirin, aber viel billiger ist und Vitamin C als Zusatz hat)
    »Luuf Nasenspray« (Chemopharmacum mit gediegenen Nebenwirkungen)
    »Echinacin Madaus Tropfen« (Presssaft aus Purpursonnenhutkraut, Lösung, 22% Alkohol): 1 x 50 ml
    »Schnupfen Nr.1« (ein Homöopatisches Arzneimittel (Allium Cepa); 43% Alkohol) 1 x 50 ml
    »Schnupfen Nr.2« (ein homöopatisches Arzneimittel (Luffa); 43% Alkohol) 1 x 50 ml
    »Metavirulent« (Homöopatisches Arzneimittel, Kompositum; 37% Alkohol) 2 x 50 ml
    »Sinuselect« (Homöopatisches Arzneimittel, Kompositum; 38% Alkohol): 2 x 30 ml
    »Grippe- und Erkältungstropfen« (Homöopatisches Arzneimittel, Kompositum der Apotheke »Zur Kaiserkrone«, angeblich ident mit »Metavirulent«; 35% Alkohol) : 2 x 100 ml
    Das sind insgesamt 480 ml (= 24 Stamperln o. fast 1/2 Liter) durchschnittlich 38%ige Flüssigkeit. Oder umgerechnet auf durchschnittlichen Alkoholgehalt von Wein: über 1 1/2 Liter; oder umgerechnet auf durchschnittlichen Alkoholgehalt von Bier: mehr als 7 Krügln. Zusätzlich.
    Der Schnupfen ist (fast) weg – jetzt hab ich ein Alkoholproblem.
     
    2000 11 04 sa 23:20 hs Lieber Herr Freud
    Wenn das Unbewusste nicht unter dem Bewusstsein liegt, wo liegt es dann?
     
    2000 11 04 sa 23:30 gd Ikea Niagara
    Bei Ikea sitzen hs und ich auf einer Wohnzimmercouch und studieren den Einkaufszettel.



    Die vorbeiströmenden Menschenmassen erinnern mich an einen Fernsehbericht über die Niagarafälle, und ich zeichne für hs auf die Rückseite des Einkaufszettels einen Plan der Entwicklung der Niagarafälle von der Eiszeit bis heute.
    Regen.
     
    2000 11 04 sa 23:59 ak Blitzbesuch in Griechenland
    Nach Längerem wieder mal bei Lefteris gewesen. Köstlich gegessen, mäßig getrunken, wk getroffen.