Noche De Los Muertos

Sonntag, 31. Oktober 2021 | 16:00 und 20:00 Uhr

Produktion echoraum und Wien Modern

Angélica Castelló, Billy Roisz, Burkhard Stangl: Installation, Kuratierung, Organisation

Programm

Gudinni Cortina: Filacterias (2021 UA) – 16′
Christoph Herndler: ORGA – Modell 9. Notationsobjekt mit Klangkulisse (2021 UA) – 13′
Joanna John: Everything is everything else (2021 UA) – 13′
Christina Kubisch: Traveling voices (2021 UA) – 15′
Ilpo Väisänen: UNIVERSAALIN TIETÄMÄTTÖMYYDEN OSA (division of universal unconsciousness) (2021 UA) – 17′
JD Zazie: I’ll be right back (2021 UA) – 17′

 
Noche De Los Muertos – The Artist is Absent

Physische Absenz, geistige Absenz, Nicht-Sein, Nicht-Hier-Sein, Fehlen, Tod. Das institut 5haus hat 6 Komponist*/Klangkünstler*innen eingeladen für diesen ganz speziellen Abend eine elektro-akustische Komposition zum Thema Absenz zu produzieren: Christina Kubisch (DE), Ilpo Väisänen (FI), Christoph Herndler (AT), JD Zazie aka Valeria Merlini (IT/DE), Gudinni Cortina (MX), Joanna John (PL/NO). Diese 6 elektro-akustischen Kompositionen werden am 31.10.2021 im echoraum Wien unter der Klangregie von Arnold „Noid“ Haberl uraufgeführt. Auf der ‚Bühne‘ des Echoraums bauen die drei Kurator*innen des institut 5haus Angélica Castelló, Billy Roisz und Burkhard Stangl einen audiovisuellen Totenaltar (Santa Ausencia): eine TV Audio-Video Skulptur (Billy Roisz) mit Sound-Installation (Burkhard Stangl), Magnetic Tape Gewebe (Angélica Castelló). Der Altar als eine Tür zu einer anderen Welt. Das vor 20 Jahren gegründete und derzeit von Angélica Castelló, Billy Roisz und Burkhard Stangl getragene institut 5haus dient der Umsetzung und Präsentation zeitgenössischer Musikformen, wobei auf interdisziplinäre Kontexte besonderes Augenmerk gelegt wird. Das „institut“ stellt sich zur Aufgabe, musikästhetische Positionen im Dialog mit Video, Foto, Film, Text, Internet oder Performance Art zu befragen und, weiterführend, auch zu behaupten.

 
Angélica Castelló ist Komponistin und Klangkünstlerin. Ihre Klangarbeiten und Kompositionen konzentrieren sich auf Fragilität, Traumwelt und das Unterbewusste. Performt kontinuierlich solo oder in Kooperationen überall zwischen Mexico City und Wien. Zahlreiche Kompositionen für Ensembles, Radioarbeiten sowie Installationen, die sich an der Schnittstelle von Musik, Performance und bildender Kunst bewegen.
castello.klingt.org

Billy Roisz ist eine in Wien lebende Musikerin und Filmemacherin. Sie ist Autodidaktin, ihren kreativen Humus sieht sie im extrem offenen DIY-Umfeld der digitalen und analogen Elektronik- und Noise-Szene im Wien der 1990er-Jahre (phonotaktik, rhiz, mego, vidok, klingt.org). Die Ästhetik der Bild- und Tonstörung, wie zum Beispiel Feedback und Verzerrungen, ist eines ihrer zentralen Experimentierfelder, die Verschränkung und Umzweckung von bild- und tongenerierenden Instrumenten ihr technischer Arbeitsansatz. Die künstlerische Umsetzung erfolgt in Form von audio-visuellen Live-Performances, Konzerten, Videoarbeiten und Rauminstallationen.
billyroisz.klingt.org

Burkhard Stangl ist Komponist, Gitarrist und Improvisator im Feld der experimentellen, elektronischen und neuen Musik. Schon früh erhielt er Klavierunterricht, wechselte aber mit 12 Jahren zur Konzertgitarre. Wiewohl er seine Begeisterung für die klassische Gitarrenliteratur bei seinem Lehrer Richard Labschütz am Wiener Prayner Konservatorium vertiefen konnte, wurde die elektrische Gitarre zu seinem Hauptinstrument und es kam zur Gründung erster Bands. Parallel zu seinen musikalischen Aktivitäten studierte er Ethnologie und Musikwissenschaft an der Universität Wien und promovierte mit einer Arbeit zur Wirkungsgeschichte des Phonographen. Angeregt u.a. von seinen Lehrmeistern Franz Koglmann (Improvisation, Jazzkomposition) und Anestis Logothetis (musikalische Grafik, Elektronik) sowie Gruppen wie TonArt oder Die Vögel Europas entschloss er sich, Musik zu seinem Beruf zu machen. Er veröffentlichte bislang über 100 Tonträger, darunter Ereignislose Musik (Kompositionen, 1996), Récital (Gitarre solo, 1997), Venusmond (Oper ohne Ort, 2000/2004 ), Hommage à moi (Kompositionen, 2011), Unfinished. For William Turner, painter (Gitarre solo, 2013) und ZWÖLF (E-Gitarre solo, LP 2018 ). Er arbeitete u.a. mit den Gruppen Polwechsel und efzeg und kooperiert musikalisch v.a. in Duobesetzungen, u.a. mit Angélica Castelló (Chesterfield), Christof Kurzmann (Schnee), Kai Fagaschinski (Musik. Ein Porträt in Sehnsucht), dieb13 (EH), mit den japanischen Kollegen Taku Sugimoto (An Oldfashioned Duett) und Taku Unami (I Was) sowie im multimedialen Kontext mit KünstlerInnen wie Gustav Deutsch, Billy Roisz, Joanna John oder Mario de Vega. Stangls Vertonung des 1925 entstandenen legendären Stummfilms von G. W. Pabst Die freudlose Gasse mit einer Dauer von 142 Minuten ist 2008 als DVD des Filmarchiv Austria erschienen. Er veröffentlichte auch mehrere Bücher, darunter: Klangnetze. Die Wirklichkeit mit den Ohren erfinden (Co-Hg., 2000), Ethnologie im Ohr (2000), Hommage à moi (2011). Er leitete gemeinsam mit Hans Schneider jahrelang das österreichische Musikvermittlungsprojekt Klangnetze. Seit 2004 ist er Lehrbeauftragter für Improvisation und neue Musikströmungen an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
stangl.klingt.org

Gudinni Cortina (*1968 in Mexiko, lebt ebenda) verwendet unterschiedliche Zugänge, um Raum zu transformieren, darunter Live-Sound-Performances, Fotografie und Installationen. Er arbeitet zusammen mit Manferd Werder, Angélica Castelló, Burkahard Stangl, Anne-F Jaques, Craig Pedersen und Elizabeth Millar, im Duo mit Cristian Alvear, Annette Krebs, Mario De Vega, Yann Leguay, Juan García und noid und in Ensembles unter der Leitung von Christian Wolf und Santiago Astaburuaga. Gudinni Cortina hat seine Werke an unterschiedlichen Orten und bei Festivals in Mexiko, Chile, den USA sowie in Österreich und Deutschland präsentiert.
gudinni-cortina.com

Christoph Herndler (*1964 in Österreich, lebt ebenda) studierte Orgel und Elektroakustik an der Musikuniversität Wien sowie Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati. Er absolvierte Studienaufenthalte an der Stanford University, Kalifornien, am Department of Visual Art in San Diego und am Art Department in Claremont, Los Angeles. 1997 gründete er mit dem Ensemble EIS eine spartenübergreifende Projektgruppe, der zahlreiche namhafte Musikerinnen und Musiker angehören. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen bei Notationsgrafiken und intermedialen Partituren, die sich auch in außermusikalischen Darstellungsformen realisieren lassen, Notationsobjekten, Musikinstallationen und Videoarbeiten sowie Kunst im öffentlichen Raum.
www.herndler.net

Joanna John (*1983 in Polen, lebt in Norwegen) ist eine audiovisuelle Künstlerin, Designerin und Performerin. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in Warschau. „Es ist das Konzept von Sprache, das mich am meisten fasziniert. Ich sehe sie als magisches Werkzeug, mit dem ich neue Welten kreieren kann, neue Ideen generieren und neue Konzepte. Und es macht nichts, ob all das Illusionen sind oder nicht. Die unterschiedlichen Sprachen der Kunstformen, die ich in meiner Arbeit anwende, bieten mir unterschiedliche Möglichkeit des Ausdrucks, um die Essenz der Dinge zu berühren, das nicht Ausdrückbare, und um die Öffentlichkeit mit einem reinen Erleben in Berührung zu bringen. Das hat unglaubliches Potenzial für die unterschiedlichsten Transformationen, und nachdem ich nicht an irgendein objektives ‚Wir‘ oder an eine ‚vorhandene Realität‘ glaube, versuche ich, es immer wieder neu zu machen.“ Joanna John
joannajohn.com

Christina Kubisch (*1948 in Deutschland, lebt ebenda) verknüpft in ihren meist ortsbezogenen Installationen die visuelle und die akustische Wahrnehmung zu einer komplexen Raumerfahrung. Ihre Arbeiten vor Ort orientieren sich stark an den vorgefundenen konkreten Strukturen eines Ortes, gehen aber auch ebenso auf seine Atmosphäre und seine Geschichte ein. Daher sucht die Künstlerin vor allem solche Orte auf, die auf Grund ihrer Dichte des kulturellen Gedächtnisses viele „Resonanzmöglichkeiten“ haben.
www.christinakubisch.de

Ilpo Väisänen (*1963 in Finnland, lebt ebenda) ist ein finnischer Musiker im Bereich der elektronischen Musik. Seine Werke sind vor allem den Genres Minimal Techno, Industrial Techno und Ambient zuzurechnen. Er veröffentlichte solo unter seinem bürgerlichen Namen und Pseudonymen wie I-LP-O In Dub, I-LP-ON, Liima und Piiri sowie gemeinsam mit Mika Vainio als Pan Sonic (früher Panasonic) und mit Dirk Dresselhaus als Angel.
media-loca.com/ilpo-vaeisaenen

JD ZAZIE aka Valeria Merlini (*1973 in Italien, lebt in Deutschland) ist eine Turntablistin, Radiomacherin und Klangkünstlerin. In ihrer Arbeit definiert sie DJ- und elektroakustische Aktivitäten neu. Als Soloperformerin, in kleinen Gruppen oder großen Ensembles bewegt sie sich in einem Bereich, der die Grenzen des vermeintlichen DJ-Mixings, der freien Improvisation und der komponierten Musik ständig erweitert. Sie ist künstlerische Leiterin des Festivals MuseRuole – women in experimental music in Bozen, ist Mitglied des Kollektivs Burp Enterprise und des Reanimation Orchestra, sendet monatlich auf Colaboradio und auf Reboot.fm und ist bei zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen aufgetreten.
jdzazie.tumblr.com

 
Eintrittspreis: 12/10€