Im Ertragen der Witterung aber trieb Sokrates es an jenem Feldzug bewunderungswürdig weit, besonders einmal, als der Frost so heftig  war, wie man sich nur denken kann, und die andern entweder garnicht hinausgingen oder, wer es etwa tat, wunder viel Anzug und Schuhe unterband und die Füße einhüllte in Filz und Pelz: da ging dieser hinaus in ebendieser Kleidung, wie er sie immer zu tragen pflegte, und ging unbeschuht weit leichter über das Eis hin als die anderen in Schuhen. Die Kriegsmänner sahen ihn auch scheel an, als verachte er sie. Ein anderes Mal war ihm etwas eingefallen, und er stand nachsinnend darüber von morgens an einer Stelle, und da es ihm nicht voranging, ließ er nicht nach, sondern blieb immer forschend stehen. Nun wurde es Mittag, und die Leute merkten es und erzählten verwundert einer dem andern, daß Sokrates von Morgen an über etwas nachsinnend dastünde. Endlich, als es Abend war und man gespeist hatte, trugen einige Jonier, denn es war damals Sommer, ihre Schlafdecken hinaus, teils um im Kühlen zu schlafen, teils um auf ihn achtzugeben, ob er auch die Nacht über da stehen bleiben würde. Und er blieb stehen, bis es Morgen ward und die Sonne aufging. Alkibiades in: Das Gastmahl (Plato)  Einer klagte, in seinem Brunnen sei das Trinkwasser warm. Wenn du also warm baden willst, dann wird es dir dazu gerade recht sein. - Aber zum Baden ist es zu kalt - Ist es denn auch deinen Sklaven nicht recht, wenn sie es trinken und sich damit waschen? - Beim Zeus, ich habe mich im Gegenteil schon oft wundern müssen, wie gern sie es zu beiden Zwecken gebrauchen. - Welches Trinkwasser ist denn wärmer, das in deinem Brunnen oder das im Tempel des Asklepios? - Das im Tempel - Und welches ist kälter zum Baden, dein Wasser oder das im Tempel des Amphiaraos? - Das des Amphiaraos. - So nimm dich in acht, daß du nicht den Schein erweckst, unzufriedener zu sein  als Sklaven und Kranke.Xenophon: Memorabilien

 Pfeil3