30.4. 2004

Das Kabinett des Dr. Klappe

sources

2004, 12 min.
Konzept und Realisation: Billy Roisz
Tonquellen von Andrea Neumann, Annette Krebs, Axel Dörner, Martin Siewert, Martin Brandlmayr, Otomo Yoshihide, Gerald Rossbacher, Sachiko M.

Bevor MusikerInnen ein Konzert spielen machen sie einen Soundcheck. Der Soundcheck ist - wie der Name schon sagt - nicht von musikalischen Spannungsbögen geprägt, sondern von der Suche nach dem passenden Klang für den Raum, das zu erwartende Publikum und die technischen Gegebenheiten. Dabei werden Feedbackfrequenzen eliminiert, brummende Kabel ausgetauscht, Mikrophone in ihre Idealposition gebracht...

Billy Roisz hat die Soundchecks von acht MusikerInnen in Bild und Ton aufgenommen. sources - acht Tonquellen - die sich für die Dauer eines Soundchecks dem Zwang zu musizieren entledigt haben. Acht mal die Grenze zwischen Klang und Geräusch.
aber sources belässt es nicht bei der Dokumentation dieses Grenzfalles, sondern kommentiert und erforscht ihn. Die einzelnen Bild- und Tonquellen werden aufeinander losgelassen. Teils friedlich koexistierend, teils raumgreifend
frech suchen die Instrumente nach Kollaborationen, Solo-Parts und Verschnaufpausen.

Wie sich die Quellen schlussendlich im Kopf zusammensetzen bleibt dabei jedem/jeder einzelnen überlassen. sources ist mindestens 8*7*6*5*4*3*2*1 videos.
(Dieter Kovacic)


smokfraqs

2001 , 4 min.
Konzept u. Realisation: Billy Roisz / Dieter Kovacic

Acht Fragmente in Bild und Ton. smokfraqs von Billy Roisz und Dieter Kovacic, insgesamt knapp 4 Minuten lang, verzichtet auf eine große visuelle Klammerung und Synthetisierung der abstrakten Musik. Stattdessen setzt es eine Abfolge von Miniaturen, die man sich auch gut einzeln oder geloopt vorstellen könnte.

smokfraqs ist eine angenehm reduzierte Arbeit. Die Verbindung zum Ton, der summt und kratzt, voll tönt und knistert, verläuft hier nicht nur über feine Analogien - Verdichtungen oder Rhythmen, die sich mit den Sounds treffen -, sondern auch
über das Moment der elektronischen Rückkopplung. Deren visuelle Effekte liefern die verbindende Grundlage für die weiteren, digitalen Bearbeitungen, jede in sich abgeschlossen, wiewohl es Querverbindungen und Variationen gibt.
(Isabella Reicher)


schnitzel 03 - die ordnung der dinge

2004, 5 min.
Konzept und Realisation: Dieter Kovacic


„schnitzel '03 - die ordnung der dinge" ist ein Tagebuch, eine Assoziationskette, eine Diashow, ein Experiment...
Die einzelnen "Szenen" wurden aus einer Datenbank mit ueber 16.000 Einzelbildern generiert. Die Bilder sind alle im Laufe des Jahres 2003 mit einer digitalen Schnappschusskamera in Wien, Graz, Linz, Dornbirn, Berlin, New York, Rotterdam, München, Athen und anderen Orten entstanden. DarstellerInnen sind die Personen, Tiere und Gegenstände des Alltags. Im Gegensatz zum Vorgängerfilm "schnitzel '02" ist die Anordnung der Bilder keine chronologische, sondern folgt inhaltlichen und technischen Kriterien (Motiv-Gruppen, Helligkeit, Sättigung, Farbwert, Perspektive, Aufnahmerichtung).
Der soundtrack zu schnitzel '03 setzt sich aus Dieter Kovacic's Musikveröffentlichungen des Jahres 2003 - meist unter dem Pseudonym "dieb13" - zusammen, die mit dem namensgebenden Programm "schnitzel" und einem noch namenslosen Loop-Programm remixed wurden. Parallel zu den Fotos entstanden so für dieses projekt eine datenbank und mehrere Computerprogramme zur Analyse, Bearbeitung und Ausgabe der Bild- und Tonsequenzen.
(Dieter Kovacic)

"schnitzel '02" wurde im Rahmen der letztjährigen „pianobar" im echraum bereits aufgeführt.
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