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23. 3. 20:00 Uhr  
Klammer & Gründler Duo
   
Josef Klammer, drums, electronics
   
Seppo Gründler, guitar (to midi), electronics
     

Seit über 20 Jahren arbeiten die beiden Medienmusiker an der Umsetzung ihrer „Neuen Improvisierten Elektronischen Musik“. Ihre erste LP, das 1988 erschiene Vinyl Blu Ex, zählt schon zu den Klassikern in diesem Genre, eine Pionierarbeit der improvisatorischen, performativen Aufführungspraxis mit digitalen Klangerzeugern und deren Echtzeitmodulatoren. Klammer / Gründler begannen zwar als rockorientierte Improvisatoren, jedoch unter starker Betonung der Anwendung von elektronischen und synthetischen Geräten. Seither haben sie ihr musikalisches Konzept radikal in eine computerisierte und elektroakustische Richtung verändert, wie die darauf folgenden Alben Earshots (1991) und fünf (1995) dokumentieren.
Sie belegen die stetige Weiterentwicklung des Duos und geben auch Einblicke in ihre, über die Grenze des reinen Hörens hinausgehende, Auseinandersetzung mit Klang und Geräusch. So entstand das weltweit erste multilaterale Midi-Konzert Razionalnik, das erste österreichische Kopfhörerkonzert Im Trockenraum für 100 Kopfhörer, das über Fernsehbilder synchronisierte Datenkonzert RGB, zahlreiche Bühnenmusiken und Radioproduktionen sowie diverse Klanginstallationen.
Aktuell arbeiten Klammer / Gründler vor allem mit konkreten Geräuschen, Computern oder Effekt-Prozessoren neben Gitarren und Schlagzeug. Das Duo schüttelt die oft strenge, überanstrengt wirkende, synthetische Ausstrahlung der Computermusik ab, und macht diese lebendig und anschaulich.
Das neue Bühnenkonzept stellt eine Interaktion, eine Modulation, eine Transformation, ein Interface zwischen Klammer und Gründler her. So moduliert in Echtzeit der Klammer den Gründler, der Gründler den Klammer, Klammer/Gründler den Klammer etc

Aktuelle CD: Berlin

„Punktgenaues Hören. Tonchirurgie am offenen Ohr. Drähte ziehen. Finden und verbinden. Lücken lassen. Füllen und verlassen. Ein- und Ausfallen. Rein und sein lassen können. Klammer & Gründler gelingen hochintelligente wie -lebendige Klangteilverbinder aus den exorzierten Geistern gutgelaunt gedehnter Formen der Elektroakustik und der freien Digitalimprovisation sowie der ironischen Kontrolle des kontrollierenden Gestus der Neuen Musik. Ihr Audio ist durchdacht, präzise, impulsiv, kleinteilig, überschreitend und überraschend. Es hat alle potenzielle Ödnis einer puren Konzeptakustik komplett hinter sich gelassen und erfindet sich stetig konzentriert und radikal neu. Die aktuelle digitale Live-Prozessierung des Duos ist mehr denn je auf permanente Interaktion, Modulation und Neustrukturierung ausgelegt. Das Interface KlammerGründler transformiert seine Einzelteile in Echtzeit, verkocht die Module, kondensiert die Parameter und zerstreut die Variablen. Wir bitten energisch wie gelassen um de-konzentrierte Konzentration.“

Marcus Maida, 2006

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