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Ctrl Gabi Teufner, Flöte

Bernhard Schöberl, Gitarre

Meike Melinz, Flöte

Gloria Damijan, Klavier

Als Gast: Klaus Filip, Elektronik

Ein Wiener Improvisationskollektiv, in fixer Besetzung seit 2005. An der Wiener Musikuni - erstaunlich, aber wahr - haben sie sich getroffen und beschlossen, eine Improband zu gründen. Mit dem Hintergedanken, sich zwar in dem schwer festzulegenden Bereich der möglicherweise freien Improvisation zu bewegen, aber wie eine Band einen gemeinsamen Weg darin zu finden. Proben zu wollen, planen zu wollen, konzeptionieren zu wollen und dann doch wieder alles zu verwerfen und der musikalischen Freiheit zu fröhnen, die Controlle zu verlieren und sich doch wieder selbst bis gegenseitig auf- und abzufangen.

Ein wichtiger Bestandteil der Probenarbeit besteht aus heftigen Diskussionen - zeitweise beschränkt sich die Probenarbeit rein auf das Besprechen von Ideen, Abklären von Standpunkten - die im Ensemble weit auseinander liegen können - , Anreißen von Konzepten, Ausloten (und Ausleben) von Differenzen, ein Pendeln zwischen den Polen Emotion und Ratio. Aus dem Verständnis heraus, dass die Diskussion nur eine andere Form der Musik ist (oder auch umgekehrt), dass der Umgang miteinander, das Kommunizieren in der Musik wie im Gespräch umgesetzt, weitergeführt, entwickelt werden kann.

Außergewöhnliche Besetzungen sind nichts Ungewöhnliches, genausowenig wie Improvisationsensembles außergewöhnlich sind. Alles gibt es wie Sand am Meer. Auch das Nichts gibt es wie Sand am Meer. Doch das Noch-Nicht im Jetzt musikalisch zu benennen, ist eine seltene Kunst. Genau das bringt ctrl zuwege, crtl erforscht im Gewöhnlichen das Außergewöhnliche, entdeckt im Allgemeinen das Besondere und lässt in dem, was wir kennen, das Unbekannte erfahrbar machen. Hier herrschen das Heilige des Alltags und die Kraft der Antizipation. ctrl bedeutet Fragen, Denken, Wagnis: und das alles erfrischend neurotisch, plasmatisch, subtil, konsequent.

Burkhard Stangl

Klaus Filip dürfen wir für das Konzert als Gast begrüßen. Die ursprüngliche Einladung galt „los glossandinos“, Klaus' Duo mit Kai Fagaschinski, der aber aus terminlichen Gründen nicht zusagen konnte. Umso mehr freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Klaus. Aufgedrängt als Partner hat er sich durch einen unserer Einschätzung (aus der Ferne) nach ähnlichen Zugang zum Thema, ähnlichen Klangwelten, in denen sich „los glossandinos“ bewegen, die sich sehr gut mit dem ctrl-Sound mischen können sollten. Eine Ausweitung der Tendenz zum sanften Einsatz von Elektronik, der im Ensemble vorhanden ist. Durch den Ausfall unseres Kontrabassisten Bernd Klug könnte dieser Abend zum hochfrequenzlastigen Gegenpol des Montagskonzertes mit dem low frequency orchestra werden. Mal schauen...

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