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China
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ein Projekt von ensemble on_line & music.lab
Programm Wolfgang Liebhart : ci(s)ré IV für Sheng, Klarinette, Guzheng, Viola und Violoncello (UA) Dana Probst : Sanftes Licht für Flöte, Klarinette und Violoncello (ÖE) Sylvie Lacroix : „Zum Quadrat“ für Sheng, Zheng, Flöte und Viola (UA) Simeon Pironkoff : Blur für Flöte, Klarinette, Violoncello, Sheng und Zheng (UA) Wu Wei : Spirit of Bambus für Sheng solo (ÖE) Luna Alcalay : Splitterungen a, b, c für Flöte, Klarinette, Viola und Violoncello (UA) ensemble on_line & music.lab Ming Wang – Zheng, Pipa Wu Wei – Sheng Sylvie Lacroix – Flöte Reinhold Brunner – Klarinette Shang-Wu Wu – Viola Maria Frodl – Violoncello »Asien« Die Einsatzmöglichkeiten außereuropäischer Musik und außereuropäischer Instrumente in der zeitgenössischen Musik werden aktuell von vielen Interessenten diskutiert. Man debattiert über die verschiedenen ästhetischen und technischen Verwendungsmöglichkeiten, insbesondere die differenzierten Aspekte zwischen den außereuropäischen und europäischen Komponisten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Dass die westliche Musiksprache und Kompositionslehre und die europäischen Instrumente nicht die einzige Ausdrucksmöglichkeit für Musikschaffende in Europa sind, beweisen auch die vielen Weltmusikprojekte und -festivals, die hierzulande aus dem Boden sprießen. Viele asiatische Komponisten, die in Europa tätig sind, sind einerseits in ihrer eigenen Kultur aufgewachsen und von ihren musikalischen Wurzeln stark beeinflusst, andererseits verbringen sie einen großen Teil ihres Lebens im Westen und übernehmen demnach das westliche Musiksystem und Denkmodell. Das ermöglicht sie, beeinflusst von den verschiedenen Kulturgütern, ihre individuelle Musiksprache zu entwickeln. Im Gegenteil dazu haben die westlichen Komponisten die abendländische Musikkultur als ihre Ausgangsbasis, aber durch die Strömung der Globalisierung wird ihre Musiksprache klanglich wie auch inhaltlich befruchtet. Die außereuropäischen Instrumente bieten ihnen die Möglichkeiten, die Klangwelt zu erweitern. Diese fremden Klangkörper werden von den Komponisten benutzt und in die westliche Kompositionstechnik integriert. So entsteht eine Art neuer Stil, dessen Vielfarbigkeit über die konventionelle westliche Musik hinaus geht. |
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Biographien & Werkeinführungen Wolfgang Liebhart (*1958) Nach den Studien Tonsatz bei Thomas Christian David und Komposition bei Francis Burt, ging er 1991/92 nach Brighton, um an der Universität von Sussex ein postgraduales Kompositionsstudium (MA degree) bei Jonathan Harvey zu absolvieren. ci(s)re IV – für Sheng, Bassklarinette, Guzheng, Viola und Cello (2008) UA Diese Komposition besteht aus zwei Sätzen, die sich in ihrem musikalischen Gestus sehr von einander unterscheiden. Simeon Pironkoff (*1965, Sofia) Studium an der Musikakademie in Sofia (Hauptfächer Musiktheorie und Klavier). Ab 1985 Fortsetzung des Studiums an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien (Komposition, Dirigieren und Korrepetition). Diplom im Jahre 1989 (Dirigieren und Korrepetition) und 1990 (Komposition). Seit 1992 Vertragslehrer an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (Dirigieren und Klavier). Seit 2004 außerordentliche Professur für Dirigieren. Aufträge und Zusammenarbeit u.a. mit folgenden Formationen: Aufführungen in Österreich, Italien, Frankreich, Bulgarien und Deutschland, Japan, Hong Kong (Festivals „Hörgänge“, „generator“, „Wien Modern“, „Wiener Festwochen“, „Jeunesse – Festival“, „Klangbogen“(Wien), „Sofia Music Weeks“, „Musica Nova Sofia“, „March Music Days“ (Rousse, Bulgarien), „ZeitTon Festival (Tage der Neuen Musik im RadioKulturhaus Wien), Steirischer Herbst, „Nuovi spazi musicali“ (Rom), Salzburger Festspiele, MaerzMusik (Berlin), WDR (Essen Philharmonie), INMM Darmstadt, World Music Days u.a. Dana Cristina Probst (*1961, Bukarest - lebt seit 1993 in Wien) Sie studierte Komposition bei Anatol Vieru (1980-1984) und Aurel Stroe (1984-1985) in Bukarest und bei Michael Jarrell in Wien (1994-1995). Zwischen 1984 und 1990 unterrichtete sie Klavier an der Musikschule Ploiesti, dann, als Universitätsassistentin (1990-1996), Ethnomusikologie an der Universität für Musik in Bukarest. Seit 1997 ist sie Lehrerin für Klavier und Musiktheorie in Wien. Das Trio Sanftes Licht (orig. Lumina lina) aus dem Jahr 1989 ist eine Frucht meiner Auseinandersetzungen mit der byzantinischer Musik (der Kirchenmusik der orthodoxen Kirche in Griechenland und in Rumänien). Die technischen Möglichkeiten, die uns die drei Instrumente heutzutage anbieten, haben mir die Annäherung zur byzantinischen Musik ermöglicht: einerseits Mikrotöne, andererseits neue Klangfarben durch neue Spielweisen. Das Stück dauert ca. 17 min. und hat 6 Sätze. Luna - eigentlich Lucia - Alcalay (*1928, Zagreb) wurde 1928 in Zagreb geboren, wo sie auch ihre Schulbildung absolvierte. Sie erhielt, wie damals in bürgerlichen Familien üblich, Klavierunterricht und erwies sich als über das übliche Maß talentiert. Ihre frühe Studienzeit bei Svetislav Stancic und Bruno Bjelinski wurde - bedingt durch die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit - zweimal unterbrochen. 1951 übersiedelte sie nach Wien, in die Geburtsstadt Ihrer Mutter, wo sie an der damaligen Musikakademie Ihre Studien bei Seidlhofer und Uhl fortsetzte und mit einem Abgangspreis ausgezeichnet beendete. Anschließend an einen einjährigen Studienaufenthalt in Rom kehrte sie nach Wien zurück. Neben Ihrer beginnenden Kompositionstätigkeit - frühe Werke erschienen teils unter dem Namen Lucia Günther, dem Mädchennamen ihrer Mutter - war sie auch pädagogisch tätig u.a. bei den Wiener Sängerknaben und ab 1963 an der Musikuniversität, wo sie bis zu ihrer Emeritierung im Studienjahr 1994/95 unterrichtete. Parallel dazu errang sie als Komponistin früh internationale Anerkennung, so bei den Darmstädter Ferienkursen und Wettbewerben der Gaudeamusstiftung. Weitere Preise, Auszeichnungen, Kompositionsaufträge und nationale sowie internationale Aufführungen ihrer Kompositionen folgten. Seit 1975 beschäftigte sie sich auch mit multimedialen Arbeiten und damit einhergehend entwickelte sie einen weniger von der seriellen Schreibweise geprägten ganz eigenen und persönlichen Stil. 1984 entsteht die Komposition „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt - Szenische Reflexionen nach Texten von Selma Meerbaum“, die nicht zuletzt von der Künstlerin selbst als eines ihrer Hauptwerke angesehen wird. Ihr Oeuvre wurde von Ensembles wie „die reihe“, dem ORF-Symphonieorchester, dem Ensemble für neue Musik Berlin, den Wiener Symphonikern, dem Janusensemble und anderen bei den Darmstädter Ferienkursen, der Internationale Gaudeamus-Musikwoche, europaweit sowie in Brasilien und den USA aufgeführt. Syvie Lacroix wurde in Lyon geboren. Neben ihrer Beschäftigung mit der Neuen Musik verfügt Sylvie Lacroix über langjährige Erfahrung in der historischen Aufführungspraxis; von 1985 bis 1991 wirkte sie beim Consentus Musicus unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt mit, im Sommer 2005 bei den Salzburger Festspiele unter der Leitung von Marc Minkovski mit „les musiciens du Louvre“. Sie ist Mitglied des Ensemble Concerto Viennese. Das Jahr 2007 wurde reich an solistischen Tätigkeiten, unter anderem mit der Aufführung von Salvatore Sciarrinos „l´opera per flauto“, und der Realisierung einer CD bei „telos music-record“ mit Werken von Chaya Czernowin, Klaus K.Hübler, Ming Wang und gemeinsamen Arbeiten mit dem Elektroakustiker Florian Bogner. „zum Quadrat“ für Flöte, Viola, Sheng und Zheng (UA) I II III IV V Wu Wei (*1970) geboren 1970 in der südost-chinesischen Provinz Jiangsu, erhält bereits mit fünf Jahren Unterricht auf der chinesischen Stabgeige Erhu. Mit 15 beginnt sein Studium der Mundorgel Sheng an der Kunstakademie von Nanjing. Von 1989 bis 1993 absolviert er als Meisterschüler das Studium dieses faszinierenden Instruments am international renommierten Musik-Konservatorium von Shanghai. In China feiert er erste musikalische Erfolge als Preisträger internationaler Wettbewerbe. 1993 wird Wu Wei Solist für Sheng im weit über China hinaus berühmten Orchester für klassische Musik Shanghai, er brilliert in zahllosen CD-Einspielungen. |