»8∞«
Katharina Klement: Konzeption, Klavier, Elektronik
Nikolaus Gansterer: Video, live-Zeichnung
Josef Novotny: Elektronik, Klavier
Das analoge Instrument Klavier und seine 88 Tasten bzw. Tonhöhen - 88 diskrete
digitale Stufen - bilden den Raster des gemeinsamen Spielplans. Das Instrument
wird akustisch wie optisch vermessen, aufgezeichnet und dekonstruiert: alle
Saiten des Klaviers werden auf unterschiedlichste Weise angeregt, aufgenommen,
digital gespeichert und in weiterer Folge transformiert.
Parallel zum akustischen Prozess wird der Klangraum Klavier (Holzkorpus, Stahlrahmen,
Saiten, Tastatur,... ) sowohl mittels Hand-Zeichnungen, als auch durch Aufnahmen
mittels Mikro-Kameras vermessen und auf die Bildebene übertragen.
Das Klavier wird so zum Klang- und Bildgenerator, einerseits in Form von Samples
zum elektronischen Sound-Reservoir, andererseits in Form von Zeichnungen und
Aufnahmen zum potentiellen optischen Projektions-Reservoir - es kommt zur Interaktion
und wechselseitigen Beeinflussung zwischen der Bild- und Soundebene.
Das Stück ist in 9 Teile gegliedert und behandelt folgende Themenfelder:
die Horizontale - die Vertikale - das Verhältnis Punkt-Fläche - die
Wiederholung - die spektrale Spiegelung - der stehende Klang - das Gleichbleibende
- das Veränderliche - das Rauschen.
Auf der akustischen Ebene treffen klar auskomponierte Teile und freies instrumentales
sowie live-elektronisches Spiel aufeinander.
Auf der visuellen Ebene richtet sich der Fokus auf die assoziativen Gedankengänge,
die beim Hören von Musik auftreten, und um deren Re-transferierung in den
Raum. In der Performance kann somit der Entstehungsprozess der fragilen und
komplexen Klangstrukturen, durch unzählige Querverweise in Form eines “analogen
Hypertextes “ mitverfolgt werden.
Die Uraufführung von "8∞" fand im Dezember 2004 auf Einladung
von Seppo Gründler im CUBE am Institut für Elektronische Musik in
Graz statt.
Dieser Raum, der mit über 80 Lautsprechern ausgestattet ist, forderte zu
raumspezifischer Strukturierung heraus und bestimmte die Konzeption wesentlich.
Die Aufführung am 17.12.05 im echoraum ist einerseits die erste Aufführung
dieses Werks in Wien, andererseits die Präsentation einer "brandneuen"
DVD dieser Arbeit. Das Medium erweist sich als ideal für die Zusammenlegung
von akustischer und optischer Spur, darüberhinaus ist entweder eine Stereo-
oder eine Dolby-Surround-Version der 56-minütigen Arbeit anwählbar.
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