logo echoraum

Die Philosophie des Vorhangs Part II

»Wenn der Vorhang aufgeht, sieht man weder Zeit noch Raum.
Dunkel.
Vorhang..«

Symposion

Schriften, Vorlesungen, Triviales, Literatur, Musik, Theater, Zitate, Diskussionen & Notate zum »Vorhang«

Mit Beiträgen von
Eva Deissen, Christian Martin Fuchs, Franz Hautzinger, Stephan Kurz, Gabor Littasy, Herbert Maurer, Willi Pevny, Jörg Gronius & Bernd Rauschenbach, Martin Stegu, ... u.a.

Moderation: Peter Moeschl

23. April 2OO5  14.OO Uhr
echoraum

Vorhänge im weiteren Sinn, sprich: deren verallgemeinernde Funktion, bestimmen die Grenzen des Spiels, sie markieren am und im Spiel das Spiel als Spiel. Alle Grenzen, die in einer konkreten Handlung gezogen werden, trennen die Dinge in Hinsicht auf ihre besonderen Aspekte. Sie stellen damit zugleich, indem sie trennen, ihre spezifischen inhaltlichen Bezüge rückwirkend über die Bereiche des jeweils Äußeren her. Dementsprechend hat gerade auch die spielerische Begrenzung für die Texte des Schauspiels eine über diese hinausreichende, eminent kontextbestimmende Funktion. Gerade dadurch, dass sie sich auf besondere Weise situativ abgrenzen, können die Texte des Theaters in die Lebenskontexte des Publikums eindringen und zu deren Reorganisation anregen. In ihrer grenzziehenden Funktion sind Vorhänge dazu geeignet im Spiel des Verhüllens und Sichtbarmachens in eine konkrete Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Inhalt des Schauspiels zu treten und den Zuseher anzuregen, seine Position zu reflektieren. Ein derartig bewegter Vorhang wird nicht – wie im Hochkulturtheater üblich – zu einer abstrakten Verleugnung der Position des Zuschauers als Teilnehmer missbraucht, und das selbst dann nicht, wenn er wie bei Gronius und Rauschenbach, zu seinem denkbar abstraktesten Einsatz kommt:
„Wenn der Vorhang aufgeht, sieht man weder Zeit noch Raum. Dunkel. Vorhang.“
(Das Theater um den Vorhang und die Möglichkeit des Spiels,
Peter Moeschl)

back